Rissige Hände, Ekzeme an den Oberschenkeln, juckende Hautausschläge am Rücken sind Anzeichen einer Kontaktallergie. Nicht selten findet sich die Ursache der Symptome im eigenen Auto. Denn dort können sich eine ganze Reihe allergieauslösender Stoffe und Substanzen verbergen. Durch den ständigen Kontakt mit den Giften können Allergien auch plötzlich bei bislang beschwerdefreien Personen auftreten.
Allergenquellen im Auto sind beispielsweise Weichmacher in den Kunststoffen von Armaturen, Lenkrad, Schalthebel und Verkleidungen. Und auch eine gehobene Lederausstattung schützt nicht unbedingt vor Allergien. So können bei Hautkontakt mit chromgegerbten Ledersitzen oder einem lederbezogenen Lenkrad Ekzeme an Oberschenkeln, Gesäß oder Händen auftreten.
Textil-Sitzbezüge, die bestimmte Farbstoffe enthalten, können ebenfalls zu allergischen Ausschlägen führen. Weitere Allergene sind Kolophonium, eine Klebstoffkomponente, und Naturgummilatex in Fußmatten. Ebenso können die Ausdünstungen der Kunststoffteile in Neuwagen, meist Phthalat und PBDE, bei Asthmatikern zu Luftnot und Niesanfällen führen. Auch für Gesunde sind die Stoffe gefährlich. Sie stehen in Verdacht, in hoher Dosis unter anderem zu Leberschäden oder Geburtsfehlern zu führen.
Handschuhe, das Umwickeln des Lenkrads oder das Verdecken der Sitze mit Stoff bringen nur kurzfristig Linderung, erklärt Professor Dr. Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA). Besonders im Sommer sorgt Schweiß für den Weitertransport der giftigen Stoffe zur Haut. Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie sollte zur Ursachenaufklärung und adäquaten Behandlung daher unbedingt ein allergologisch ausgebildeter Facharzt aufgesucht werden. Eine Heilung der Allergie ist nicht möglich. Unter Umständen muss der Patient dann die allergieauslösenden Teile, etwa das Lenkrad, oder gar das komplette Auto wechseln.
Wer vor bösen Überraschungen beim Autokauf sicher sein will, achtet auf das Prüfsiegel des TÜV Rheinland "Allergie getesteter Innenraum". Damit werden Fahrzeuge ausgezeichnet, in deren Innenraum ausschließlich Materialien und Substanzen verwendet werden, bei denen das Allergierisiko minimal ist. Bislang hat sich allerdings nur der Hersteller Ford den freiwilligen Prüfungen unterzogen; sechs Modelle sind mit dem Siegel ausgezeichnet, darunter der neue Mittelklässler Mondeo, der Van S-Max, die Großraumlimousine Galaxy sowie der kompakte Focus und der Kleinstwagen Ka.
Aber auch andere Hersteller achten auf einen giftfreien Innenraum.
Laut einer Untersuchung des amerikanischen "Ecology Centers" etwa
dünsten Kunststoffe und Textilien in BMW- und Volvo-
Modellen die geringste Menge an Innenraum-Schadstoffen
aus. Die Konzentration von Phthalat und PBDE ist dort niedriger als bei
den meisten Wettbewerbern. Relativ niedrige Giftkonzentrationen attestiert die Studie auch VW und Honda USA.
Quelle: http://auto-presse.de
Kommentare