15 Millionen Menschen leben in Deutschland mit lästigen Mitbewohnern: Schimmelpilze im Bad sehen nicht nur fies aus, sie schädigen die Silikonfugen. Die Sporen der Pilze können auch allergische Reaktionen hervorrufen. Feuchtigkeit und Schimmelpilze sind jedoch kein unausweichliches Schicksal.
Bisher boten sich als Lösung für Fugen nur Silikone mit Fungiziden an. Doch diese Wirkstoffe werden mit der Zeit ausgewaschen. Die Folge: Der Pilz kann sich festsetzen, in kleine Haarrisse eindringen, sich ausbreiten und die Fuge mechanisch zerstören. Um dem Schimmel keine Chance zu geben, haben Forscher der Firma Henkel in Düsseldorf nun einen Dreifachschutz entwickelt: gegen Sporenbildung, Verfärbung und Verbreitung.
Der erste Schutzmechanismus gegen die Pilze ist ein molekularer Schalter, der die Sporenbildung verhindert. Schimmelpilze, wie der im Bad häufig vorkommende Köpfchenschimmel (Aspergillus-Arten), besitzen keinen auffälligen Fruchtkörper wie etwa Champignons. Sobald sich eine Pilzspore festgesetzt hat, überzieht sie langsam das Material mit einem samtartigen Überzug. Dieses Myzel, ein fadenartiges Geflecht, ist meist unsichtbar. In dieser Phase breitet sich der Pilz über Keimschläuche, die sogenannten Hyphen aus. Erst in einer zweiten Vermehrungsphase bilden sich erneut - meist gefärbte - Sporen. Über diese auskeimenden Sporen kann sich der Pilz erneut verbreiten - ein Risiko für weiteren Schimmelbefall in Innenräumen und für Allergiker.
Der zweite Schutzmechanismus ist ein Fungizid, das in sehr geringen Mengen wirkt und länger im Silikon verbleibt als herkömmliche Fungizide, die sehr schnell aus dem Silikon ausgewaschen werden. Der dritte Baustein des Schutzkomplexes entstammt ebenfalls den Waschmitteln. Um die Sporen erst gar nicht an die Fuge zu lassen, werden Tenside verwendet. Sie verringern die Oberflächenspannung des Wassers und erlauben damit, Schmutz von den Wäschestücken abzulösen.
Quelle: www.welt.de
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