Studien haben ergeben, dass in einem modernen Haus bis zu 70.000 chemische Verbindungen auftreten. Eine Vielzahl davon können als Wohnraumgifte bezeichnet werden, die die Gesundheit der Bewohner beeinträchtigen. Kinder oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind besonders betroffen. Durch Wohngifte werden so genannte diffuse Beschwerden hervorgerufen, wie Kopfschmerzen, Allergien, Asthma oder chronische Infekte.
Aber auch steigendes Krebsrisiko und die Schädigung des Erbguts kann
die Folge sein. Krankheiten entstehen aber nicht nur durch belastete
Luft, sondern auch durch eine individuelle Unverträglichkeit gegenüber
bestimmten Baustoffen. Nur wer genaue Informationen über seine Umgebung
hat, kann wirksam handeln und sich vor den Schadstoffen schützen.
Allergene Belastung wird oft durch Hausstaubmilben verursacht. Die
Folgen sind Nasen- und Augenreizungen, Niesreiz bis hin zu chronischem
Asthma. Milbenallergene finden sich in Betten, Sofas und Textilien.
Formaldehyd gilt als potenzieller Krebserreger, dennoch wird die
Chemikalie immer noch eingesetzt. Die Hauptbelastung geht von
Spanplatten aus. Ein täglicher Kontakt mit Formaldehyd kann zu
Hustenreiz, Kopfschmerzen oder einer Schädigung des Erbgutes führen.
Lösemittel können Allergien hervorrufen und sind für viele
unspezifische Krankheiten verantwortlich. Sie finden sich in Farben und
Klebern. Bei frisch gestrichenen Wänden sind Lösemittel durch den
Geruch wahrnehmbar, sie entfalten ihre schädigende Wirkung auf Dauer
aber auch in Konzentrationen, die mit den Sinnesorganen nicht
wahrnehmbar sind. PCP (Pentanchlorphenol) ist ein Pestizid, das
nachweislich gesundheitsschädigend ist, besonders in Verbindung mit
Formaldehyd. Lange Jahre wurde die Chemikalie nahezu allen
Holzschutzmitteln beigesetzt und findet sich daher in vielen alten
Möbeln. PCP verflüchtigt sich vollständig erst nach 20 bis 30 Jahren.
In Räumen mit hoher Luftfeuchte sind die Ausdünstungen mitunter extrem
hoch. Schimmelpilze können in mehr als 100 Arten im Haus vorkommen. Sie
bilden sich besonders in feuchten Bauteilen. Die Mehrzahl davon ist
schädlich für den Menschen. Die Sporen von Pilzen können in den
menschlichen Organismus eindringen und dort Gewebe und Zellen
zerstören. Ozon ist ein giftiges und aggressives Gas. In geringen
Mengen verursacht es Kopfschmerzen. Bei höheren Konzentrationen kommt
es zu Kurzatmigkeit, Schmerzen bei tiefem Einatmen sowie Hustenreiz und
Mattigkeit. Betroffen sind insbesondere Kinder und Menschen mit Asthma.
Ozon-Quellen im Innenraum können Kopierer und Laserdrucker sein.
Alptraum Altbau
Beim Hauskauf begnügen sich viele Menschen mit einer völlig
unzureichenden Sichtkontrolle – und werden später krank. Der Grund:
Altbauten sind häufig mit unsichtbaren Schadstoffen belastet. Unter der
Vielzahl gesundheitsbelastende Stoffe gibt es vier Hauptübeltäter:
Formaldehyd, Holzschutzmittel, Lösemittel und Pilze. Das mit der Nase
nur sehr schwer wahrnehmbare Bindemittel Formaldehyd findet sich in
alten Pressspanplatten, Sperrholz, Fertigparkett und Möbeln. Der Stoff
verursacht Kopfschmerzen, Depressionen sowie Allergien und steht im
Verdacht Krebs auszulösen. Weitaus aggressiver wirken Pestizide, also
Holzschutzmittel. Am gefährlichsten sind Lindan und das dioxinhaltige
PCP. PCP ist krebserregend, in Deutschland erst seit 1990 verboten.
Auch Lösemittel verursachen ein allgemeines Unwohlsein, Schlafstörungen
und Kopfschmerzen. Pilze schließlich lösen Allergien und
Atemwegserkrankungen aus, bis hin zur Lungenentzündung. Pilzsporen sind
gar krebserregend.
Quelle: www.haus-und-markt.de
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