Das Netzwerk aus Frauen- und Umweltorganisationen WECF fordert Verbote
Gastbeitrag von Alexandra Caterbow, WECF
Die neue EU-Spielzeugrichtlinie sieht in ihrem Entwurf kein Verbot von
gefährlichen Chemikalien in Spielzeug vor. Weiterhin sollen
krebserregende, hormon- und erbgutverändernde sowie andere sehr
gefährliche Chemikalien und allergene Duftstoffe in Spielzeug erlaubt
sein. WECF fordert ein generelles Verbot von gefährlichen Chemikalien
in Spielzeug, da gerade Babys und Kinder besonders gefährdet sind. Ihre
Körper befinden sich noch in der Entwicklung und ihre Gesundheit kann
durch diese Chemikalien mehr beeinträchtigt werden als die von
Erwachsenen.
Nicht zuletzt durch die massiven Rückrufaktionen im letzten Sommer hat
sich die EU dazu entschlossen die Spielzeugrichtlinie zu überarbeiten.
Dazu legte Günter Verheugen, Kommissar für Unternehmen und Industrie,
einen neuen Vorschlag vor. Dieser wird nun federführend im zuständigen
Ausschuss Binnenmarkt und Verbraucherschutz beraten. Noch ist Zeit,
diesen Vorschlag zu verbessern, bevor er vom Europäischen Parlament
voraussichtlich Ende dieses Jahres endgültig beschlossen wird.
Hintergrund
Die europäische Frauen- und Umweltorganisation Women in Europe for a
Common Future (WECF) kritisiert diesen Bericht vehement, da zahlreiche
gefährliche Inhaltsstoffe wie krebserregende, erbgut- und
fortpflanzungsschädigende (CMR-)Chemikalien unter bestimmten Umständen
weiterhin in Kinderspielzeug erlaubt sind. Andere gefährliche
Inhaltsstoffe wie endokrine Stoffe oder persistente, bioakkumulative
und toxische Chemikalien (PBT und vPvB) sind in der Richtlinie nicht
einmal erwähnt.
Auch die Zahl der verbotenen allergenen Duftstoffe wurde zwar von 38 auf 64 erhöht, Spuren davon sind jedoch immer noch erlaubt. Für weitere allergene Duftstoffe und Sensitiser ist keine Kennzeichnungspflicht vorgesehen.
Die neuen Grenzwerte für das Austreten von Chemikalien sind zwar strenger, gelten jedoch nur für bestimmte Spielzeuggruppen wie zum Beispiel Spielzeug, das in den Mund genommen wird.
Sonja Haider, die Koordinatorin der Chemikaliengruppe von WECF, fordert deshalb: "Schädliche Stoffe haben in Spielzeug nichts verloren. CMR-, PBT- und vPvB-Chemikalien sowie allergene Duftstoffe und Sensitiser müssen generell und ohne Ausnahme verboten werden."
Quelle: www.eu-koordination.de