255 posts categorized "Allergie"

25. Mai 09

Wenn Getreide krank macht: Glutenunverträglichkeit erstmals zuhause testen!

Kurz nach dem Konsum bestimmter Nahrungsmittel überkommt Sie ein ungutes Gefühl in der Magengegend? Vielleicht reagiert auch Ihr Körper allergisch auf manche Nahrungsmittel. Gehen Sie sicher- testen Sie mit GlutenCHECK bequem und sicher zuhause!

Zu den häufigsten Formen der Lebensmittelallergien zählt die so genannte Glutenintoleranz („Zöliakie“). Deutschlandweit ist jeder 200. Erwachsene und jedes 600. Kind von der Unverträglichkeit gegen Gluten betroffen - Tendenz steigend. Ohne zu wissen, was Ihnen fehlt, leiden Betroffene meist jahrelang an typischen Symptomen wie

  • Magenschmerzen

  • Erbrechen

  • Durchfällen

  • Schlaflosigkeit

Bislang konnte die Glutenunverträglichkeit nur im Krankenhaus durch eine Biopsie der Darmschleimhaut festgestellt werden. Neben den typischen Symptomen können von Fall zu Fall eine Reihe weiterer Symptome auftreten- dies macht eine Diagnose umso schwieriger.

Was ist GlutenCHECK?

GlutenCHECK ist ein einfach und sicher durchzuführender Schnelltest und wurde von Wissenschaftlern speziell für die unkomplizierte Anwendung zuhause entwickelt. GlutenCHECK stellt anhand eines kleinen Bluttropfens aus der Fingerspitze fest, ob Ihr Körper die Zöliakie-Antikörper (anti-tTG-IgA) produziert und teilt Ihnen zuverlässig mit, ob auch Sie erkrankt sind. Nach einem kurzen „Pieks“ in den Finger bringen Sie den Blutstropfen mithilfe der beiliegenden Pipette auf das Testfeld auf. Das sichere Resultat (> 97% Sensitivität) können Sie dann bereits nach 5 Minuten von der Testkassette ablesen, das praktische Test-Set enthält alles Notwendige für die unkomplizierte und sichere Anwendung des Tests.

GlutenCHECK unterliegt nicht der Verschreibungspflicht und kann daher unkompliziert in der Apotheke oder im Online-Shop unter www.glutencheck.com bezogen werden.

Weitere Informationen zum Thema Nahrungsmittelunverträglichkeit, Zöliakie und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie hier.

GlutenCheck.com ist ein Projekt aus dem Hause der NanoRepro AG.

Das in Marburg ansässige Unternehmen hat sein Geschäftsfeld in der Anlage eines körpereigenen Zelldepots ( www.zelldepot.com ). Des Weiteren ist die NanoRepro AG Hersteller diverser Schnelldiagnostika für den Heimgebrauch. Der Eisprungtest OvuQUICK und der Schwangerschaftstest GraviQUICK sind bereits online ( www.ovuquick.de ) sowie in Apotheken erhältlich. Im 4. Quartal 2009 wird das "Fruchtbarkeitstrio" durch einen deutschlandweiten Durchbruch vervollständigt: Der Spermientest FertiQUICK ermöglicht auch Männern, ihre Fruchtbarkeit bequem zuhause zu testen.

20. April 09

Sehr starker Birkenpollenflug schon im April

Am ersten April-Wochenende hat die Birkenpollensaison explosionsartig begonnen. „Für Birkenpollenallergiker – das sind immerhin über 13 Prozent der Gesamtbevölkerung – beginnt jetzt die Leidenszeit mit Niesen, Fließschnupfen, juckenden Augen oder sogar Atemnot“, warnt Professor Dr. Hans F. Merk, Allergologe aus Aachen und Vizepräsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA). Bereits jeder Dritte Deutsche ist allergiekrank – viele davon chronisch.1 Menschen mit Heuschnupfen haben außerdem ein hohes Risiko, zusätzlich an Asthma bronchiale zu erkranken.2,3 „Trotzdem wird nach unserer Schätzung zurzeit nur etwa jeder zehnte Allergiker in Deutschland korrekt behandelt“, bedauert Merk.

Um eine bessere Versorgung auch allergiekranker Patienten soll es bei den Verhandlungen in Berlin zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und den Krankenkassen gehen, die am 20. April 2009 fortgesetzt werden. Der ÄDA, der die niedergelassenen Allergologen vertritt, fordert, dass bundesweit eine Zusatzvereinbarung für allergologische Behandlungen zu den Leistungen der Regelversorgung erfolgt. Gegenwärtig wird dies so nur in Baden-Württemberg praktiziert. „Wir hoffen, dass nach diesen Verhandlungen allergologisch tätige Ärzte in allen Bundesländern die Unterstützung für ihre Patienten erhalten, die sie für deren bessere Versorgung dringend benötigen“, betont Merk.

Die ursächlich wirkende spezifische Immuntherapie kann beispielsweise bei etwa 90 Prozent der Heuschnupfenkranken die Beschwerden über Jahre verbessern und das Asthmarisiko senken. „Sicherlich ist diese Therapie zunächst kostenintensiv. Aber ohne eine adäquate fachärztliche Behandlung droht dem Allergiker eine Chronifizierung seiner Erkrankung, die für das Sozialsystem erst recht ein Mehr an Kosten bedeutet“, erklärt der Vizepräsident des ÄDA.

Jetzt starker Pollenflug trotz langem Winter

Von einer kompletten fachärztlichen Betreuung könnten rund 20 Millionen Heuschnupfenkranke profitieren. Für sie hat die Leidenszeit auch in diesem Jahr wieder früh begonnen: Bereits seit Ende Januar fliegen die Haselnusspollen und mit den ersten warmen Sonnentagen auch die Birkenpollen. „Während der Pollenflug von Hasel und Erle in den tieferen Lagen mittlerweile schon abklingt, verzeichnen wir nun in den meisten Bundesländern einen starken Flug von Birkenpollen“, berichtet Dr. Christina Koppe vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Freiburg. In Bochum seien am 4. April einige Tausend Birkenpollen in die Falle geflogen, in der Landeshauptstadt Berlin waren es über 300 Pollen. Der DWD definiert üblicherweise einen „starken“ Birkenpollenflug, wenn über 50 Pollen an einem Tag in der Messstation gezählt werden.


1 Weißbuch Allergie in Deutschland, 2. Auflage. DGAKI, ÄDA, DAAU (Ring J, Fuchs T, Schultze-Werninghaus G, Hrsg.), Urban und Vogel, München 2004. ISBN 3-89935-182-7

2 Bachert C: Die allergische Rhinikonjunktivitis. Allergologie 2005; 28(2):45-52

3 Merk HF, Ott H: Allergie-Taschenbuch. ABW-Verlag, Berlin, 2008

Quelle:

Prof. Dr. Hans F. Merk, Hautklinik der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen

Charité sucht Patienten mit chronischer Urtikaria (Nesselsucht) für Studie

Für eine Studie des Allergie-Centrum-Charité sucht die Hautklinik der Charité - Universitätsmedizin Berlin Patienten im Alter zwischen 18 und 75 Jahren, die an einer ausgeprägten chronischen Urtikaria (Nesselsucht) leiden. Da diese Studie bald abgeschlossen sein wird, bietet sich nunmehr die letzte Chance für interessierte Patienten sich zu melden und dabei auch mehr über Ihre Erkrankung zu erfahren.

In einer Behandlungsstudie soll die optimale Dosierung eines bereits zugelassenen, modernen Antiallergikums für die Behandlung der chronischen Urtikaria untersucht werden. Für die Messung des Therapieerfolges werden hochinnovative aber nichtinvasive Meßverfahren, wie z.B. die Thermographie (Wärmebildmessungen) und das Volumen der Hautveränderungen erfassende volumetrische Analysen eingesetzt. Die Studie steht unter der ärztlichen Leitung von Professor Marcus Maurer aus dem Allergie-Centrum-Charité und dauert für jeden Patienten etwa 2-4 Wochen. Damit den Patienten keine Unkosten entstehen, kann eine entsprechende Aufwandsentschädigung im Falle einer Teilnahme vergütet werden.

Die Urtikaria ist eine der häufigsten Hauterkrankungen überhaupt. Sie ist gekennzeichnet durch einen stark juckenden Ausschlag (Quaddeln) an einzelnen Körperteilen oder am ganzen Körper; teilweise entstehen auch schmerzhafte Schwellungen. An einer chronischen, dass bedeutet länger als sechs Wochen anhaltenden Urtikaria, leiden rund 800.000 Menschen in Deutschland.

Für interessierte Patienten haben wir extra ein Studientelefon eingerichtet: Tel.: 0178-1448784 (elena.ardelean@charite.de). Ferner gibt es weitere Informationen über das Allergie-Centrum-Charité, Charitéplatz 1, 10117 Berlin.

01. April 09

Leidenszeit für Menschen mit Pollenallergien wird immer länger

Die Leidenszeit für die 25 Millionen Pollenallergiker in Deutschland wird immer länger. Die Pflanzen werden im Zuge des Klimawandels früher blühen und später damit aufhören, wie Thomas Dümmel vom Meteorologischen Institut der Freien Universität (FU) Berlin am Mittwoch berichtete.

Die "Hauptsaison" der Allergien beginne im April, wenn die Birken ihre Pollen in großer Zahl verströmen. Nur der November werde in Zukunft pollenfrei sein. Auch die Zahl der Allergiker wird laut Dümmel zunehmen. Betroffen sind momentan etwa 18 Millionen Menschen in den alten und sieben Millionen in den neuen Bundesländern.

In den zunehmend milden Wintern würden Hasel und Erle oft schon im Dezember blühen. Außerdem drohe die Beifuß-Ambrosie durch immer heißere Sommer in Deutschland sesshaft zu werden und so die Pollenflugzeit bis in den Oktober zu verlängern. Selbst gesunde Menschen werden laut Dümmel stark belastet und können Allergien entwickeln. "Je früher der Heuschnupfen erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen", sagte der Allergologe Michael Silbermann. Frühzeitig erkannt und behandelt, würde sich außerdem das Asthmarisiko verringern.

Besonders heuschnupfengefährdet seien Kinder, deren beide Elternteile Allergiker sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch die Sprösslinge gegen Allergene sensibilisieren, liegt laut Silbermann bei bis zu 80 Prozent. Die einzige Möglichkeit, Heuschnupfen von Grund auf zu behandeln, sei die Hyposensibilisierung. Dabei werden mindestens drei Jahre lang einmal im Monat Allergene unter die Haut gespritzt. "Entgegen der gängigen Meinung kann man mit dieser Spritzenkur auch schon bei Kleinkindern anfangen", sagte Silbermann.

Internet: www.met.fu-berlin.de/de/polleninfo und www.dwd.de/pollenflug

23. Januar 09

Zentrum für schweres allergisches Asthma in Bad Lippspringe eröffnet

Die wissenschaftliche und medizinische Kompetenz im Bereich Allergien zeichnet den Gesundheitsstandort Bad Lippspringe seit langer Zeit aus. Mit der Eröffnung eines Zentrums für schweres allergisches Asthma wurde jetzt ein weiterer Kompetenz-Meilenstein gesetzt.

Verortet ist das Zentrum in der zum Medizinischen Zentrum für Gesundheit (MZG) gehörenden Karl-Hansen-Klinik. Deren Chefarzt, Prof. Dr. Hans Schweisfurth, sieht einen deutlichen Bedarf an medizinischer Kompetenz im Bereich allergisches Asthma: „Viele Menschen leiden an allergischem Asthma. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge ist das Leiden vererbbar. Durch unsere Erfahrungen in diesem Bereich sind wir in der Lage, dort weiter zu helfen, wo Andere nicht weiterkommen.“

Ein Beispiel für allergisches Asthma ist der „Etagenwechsel“ beim Heuschnupfen. Dabei greift die Entzündung der Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum auf die unteren Atemwege über und bedingt dort das Asthma. Innerhalb mehrerer Jahre kann sich dann ein so genanntes Pollenasthma entwickeln.

Häufig reagieren die Betroffenen auch auf weitere Allergene und die Auslöser verstärken sich. Es entsteht das schwere allergische Asthma.

Prof. Dr. med. Hans Schweisfurth stellte das Konzept "Netzwerk schweres allergisches Asthma Bad Lippspringe" vor.

Zum MZG gehören neben der Karl-Hansen-Klinik das die Allergie- und Asthma-Klinik und das Allergie-Dokumentations- und Informationszentrum (ADIZ).



06. Dezember 08

Piercing kann zur Sensibilisierung gegenüber Nickel führen

Nickel kann Allergien auslösen. Das Metall ist weitverbreitet und in vielen Bedarfsgegen-ständen wie Modeschmuck und Bekleidungszubehör enthalten. Die Legierungen, aus denen viele Materialien für Gegenstände des alltäglichen Bedarfs hergestellt sind, weisen oft einen hohen Nickelgehalt auf. Dazu gehören auch Weißgold oder Neusilber. Letzteres wird zum Beispiel in Essbestecken, medizinischen Geräten, Reißverschlüssen, Blasinstrumenten und Saiten für Saiteninstrumente verwendet. Nickel ist auch Bestandteil von Edelstahllegierungen für Kochgeschirr, Schlüssel, Messer, Damenuhren, Herrenuhren, Kinderuhren,Jeansknöpfen, Gürtelschnallen, Schuhschnallen und Türklinken. Kinder können über Metallspielzeug mit Nickel in Kontakt kommen.

Der direkte Hautkontakt mit nickelhaltigen Materialien bewirkt bei sensibilisierten Verbrauchern eine Überempfindlichkeitsreaktion. An der Kontaktstelle kommt es dabei nach ein bis zwei Tagen zu einer Entzündungsreaktion der Haut. Für die Entwicklung einer Sensibilisierung oder eines Kontaktekzems gegenüber Nickel ist vor allem die Freisetzung von Nickel aus dem jeweiligen Material entscheidend. Diese Freisetzung wird durch andere Bestandteile des Materials hervorgerufen, beispielsweise durch Schwefel. Auch Körperflüssigkeiten katalysieren die Freisetzung von Nickel. Kommt, wie beim Piercing, nickelhaltiger Schmuck direkt mit der Haut oder darunter liegendem Fett- und Knorpelgewebe in Kontakt, kann Nickel durch Schweiß, Urin oder Blutplasma leicht herausgelöst werden.

In der Gesamtbevölkerung hat sich in den letzten Jahren die Zahl der Verbraucher, die gegenüber Nickel sensibilisiert sind, kaum verändert. Allerdings wurde bei Frauen unter 18 Jahren eine deutliche Zunahme der Sensibilität beobachtet. Studien zufolge tragen vor allem Verbraucher unter 18 Jahren Piercings an verschiedenen Körperteilen, Frauen sind dabei häufiger gepierct als Männer. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Entwicklung der Nickelsensibilisierung bewertet. Dabei wurde auch der mögliche Zusammenhang zwischen der Zunahme der Sensibilität gegenüber Nickel und Piercing beurteilt. Ergebnis der Bewertung war, dass beim Piercen ein besonderes Risiko besteht, gegenüber Nickel sensibilisiert zu werden und eine Kontaktdermatitis zu entwickeln. Das Tragen von Piercings in jungen Jahren erhöht die Wahrscheinlichkeit, als Erwachsener eine Nickelallergie auszubilden und Einschränkungen der Lebensqualität hinnehmen zu müssen. Aus Sicht des BfR sollte bereits in der Schule über die Risiken des Piercings aufgeklärt werden. Das BfR empfiehlt zu prüfen, ob Jugendliche unter 18 Jahren nur unter Vorlage einer Einverständniserklärung der Eltern gepierct werden dürfen. Um langfristig die Zahl derjenigen Verbraucher zu senken, die sensibel auf Nickel reagieren, sollte der zurzeit gültige Höchstwert der Freisetzung von Nickel aus den verschiedenen Bedarfsgegenständen weiter gesenkt werden.

Quelle: www.bfr.bund.de

PISA und Allergien

PISA zeigt in regelmäßigen Abständen, welche Leistungen Schüler im internationalen Vergleich erbringen. Mangelnde Leistungen sind jedoch nicht immer Schuld der Schüler oder des Schulsystems. Unbehandelte Allergien können zu vermeidbaren Beeinträchtigungen führen, da sie die Leistungsfähigkeit der Betroffenen erheblich einschränken. Bei Schülern mit Pollenallergie vermindert sich das Ergebnis bei Prüfungen während des Pollenflugs um ca. 20 %. Das Langzeitlernvermögen kann sich um 30 % vermindern, wie auch eine aktuelle britische Studie belegt. Allergien nehmen in allen industrialisierten Ländern zu. Heute ist bereits jeder Dritte von einer Allergie betroffen. 2015 wird etwa die Hälfte der Bevölkerung an Allergien leiden. Schätzungen zufolge wird nur bei ca. 10 % aller Allergiker die Krankheit korrekt diagnostiziert und behandelt. Für 90 % bedeutet dies eine vermeidbare Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit und ebenso eine unnötige Einschränkung der Lebensqualität, da moderne Therapien vorhanden sind.

Weitere Informationen zu Allergien bietet Ihnen die Europäische Stiftung für Allergieforschung ECARF hier im Internet: http://www.ecarf.org/index.php?id=152&L=1

Die Europäische Stiftung für Allergieforschung ECARF ist gemeinnützig. Sie hat ihren Sitz an der Charité - Universitätsmedizin Berlin und engagiert sich speziell in der Forschung, Diagnostik und Therapie von Allergien. Leiter ist Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier. ECARF vergibt kostenlos europaweit ihr Gütesiegel für allergikerfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Die Stiftung ist Mitglied im EU-geförderten internationalen Allergie- und Asthma-Netzwerk GA²LEN.

Quelle: ECARF

29. Oktober 08

Handys rufen Allergien hervor

Immer wieder melden sich Ärzte zu Wort, die vor den gesundheitsschädlichen Folgen von Handys warnen. Nun haben Forscher sogar eine Handy-Allergie nachgewiesen.

'Mobile Phone Dermatitis' nennt der britische Dermatologenverband die Neuentdeckung. Ausnahmsweise hat dieses Erkrankungsbild nichts mit der schädlichen Strahlung der mobilen Telefone zu tun.

Vielmehr sei die Tatsache verantwortlich, dass die Hersteller in vielen Modellen Nickel verwenden. Bei einem übermäßigen Gebrauch, kann das zu Reizungen der Haut führen. Man sei auf diese Krankheit aufmerksam geworden, als verschiedene britische Ärzte mit Hautreizungen in Gesicht und Ohr konsultiert wurden. Zunächst fanden die Dermatologen keine Erklärung für die Erkrankung.

Bei genauere Untersuchungen konnte anschließend das in den Oberflächen von Handys verwendete Nickel als Auslöser für die Allergie bestimmt werden. Nickel-Allergie sei die in Britannien häuftigste Form von Kontaktallergie, so die Hautärzte. Rund 30 Prozent der Inselbewohner könnten laut Schätzungen des Verbandes von dem Problem betroffen sein.

Dabei seien Frauen gefährdeter, weil sie durch den Kontakt mit nickelhaltigem Schmuck stärker sensibilisiert sind. Wer bereits einmal eine allergische Reaktion auf Nickel hatte, sei ebenfalls gefährdet, an der Handy-Dermatitis zu erkranken, warnt der Dermatologe Graham Lowe. Je länger der Kontakt bestehe, desto höher sei das Risiko einer Erkrankung. Theoretisch könnten neben Gesicht und Ohr auch die Finger betroffen sein, etwa, wenn viele Kurznachrichten versendet werden.

Mit der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse wollen die britischen Dermatologen ihre Kollegen über die neuen Symptome informieren, die sich ansonsten nicht erklären lassen. So seien in den USA 22 Handhelds von acht Herstellern getestet worden und die Forscher hätten in 10 Modellen Nickel nachweisen können. Auf Logos, der Tastatur oder in Metallrahmen um die Displays seien die Forscher der Brown Universität, Rhode Island, besonders häufig auf freiwerdenden Nickel gestoßen.

Quelle: www.silicon.de

Gräsertablette eignet sich auch bei Allergie gegen Roggenpollen

Gräserpollenextrakte eignen sich auch zur Hyposensibilisierung bei einer Roggenpollenallergie. Das bestätigen aktuelle Untersuchungen, in denen die zur sublingualen spezifischen Immuntherapie erhältliche 5-Gräser-Tablette Oralair® getestet wurde.

In Immunoblot- und ELISA-Untersuchungen mit den Seren von 15 Patienten mit Gräserpollenallergie ergab sich eine über 90-prozentige Hemmung der IgE-Bindung von Roggenallergenen durch die 5-Gräserpollenmischung. Darauf weist die Arbeitsgruppe um Professor Karl-Christian Bergmann von der Charité in Berlin hin (Allergologie 30, 2008, 462).

Die Ergebnisse ihrer Forschungen bestätigten andere Studien mit Hunderten von Seren, in denen die Mischungen mit verschiedenen anderen Gräserpollen und auch Einzelgräser untersucht wurden. Aufgrund der hohen IgE-Kreuzreaktivität wird nach Einschätzung der Berliner Wissenschaftler bei Patienten mit einer Roggenpollenallergie auch die Hyposensibilisierung mit der 5-Gräser-Pollenmischung zu klinisch relevanten Therapieergebnissen führen.

Quelle: Ärztezeitung

22. Oktober 08

Tonerstaub kann Krebs verursachen

Asbest kann Lungenkrebs verursachen. Gleiches gilt für das Rauchen oder das Einatmen von Rußpartikeln aus Dieselabgasen. Jetzt belegt eine wissenschaftliche Untersuchung an der Universität Rostock, dass es eine weitere Gefahrenquelle gibt: Tonerpatronen in Laserdruckern und Kopierern. "Die Untersuchungen lassen keinen Zweifel zu: Tonerstaub ist eine weitere Ursache für Lungenkrebs", sagt Prof. Dr. Ludwig Jonas vom Elektronenmikroskopischen Zentrum im Institut für Pathologie der Universität Rostock.

Seit einigen Jahren beobachtet man bei Servicetechnikern von Drucker- und Kopierherstellern zunehmende Lungenprobleme bis hin zur Arbeitsunfähigkeit und Invalidisierung. Einige Menschen entwickeln eine Allergie auf Tonerpulver und verlieren ihre Stimme, sobald sie in Räume kommen, in denen Drucker oder Kopierer stehen. "Die gesundheitlichen Probleme, die im Umgang mit Tonerpulver auftreten können, sind sehr ernst zu nehmen. Sie können bis zur Invalidität und Todesfällen führen", so Prof. Jonas. Um zu beweisen, dass diese Menschen wirklich am Tonerpulver erkrankt oder sogar dadurch gestorben sind, muss der eindeutige Beweis dafür oder dagegen erbracht werden, so wie beim Asbest der wissenschaftliche Nachweis zweifelsfrei gelungen ist. "Wir haben die Lunge eines verstorbenen Servicetechnikers, der täglich mit Tonerstaub in Berührung kam, im Elektronenmikroskop untersucht und eindeutig Kohlenstoffpartikel in großer Zahl nachgewiesen", sagt Jonas. Eine Doktorandin, die an der Universität Rostock und der Universität Essen die Toxizität der verschiedenen Asbestarten und von Kohlenstoffrußpartikeln und Tonerpulver experimentell an menschlichen Zellkulturen untersucht hat, beweist in ihrer Promotionsschrift, dass Asbestfasern und verschiedene Arten von Kohlenstoffpartikeln gefährliche Sauerstoff- und Stickstoffradikale produzieren, die zelltoxisch sind und zum Zelltod führen können.

Insgesamt nimmt die Belastung unserer Atemluft mit Fein- und Feinststaub immer mehr zu. Dazu trägt der verstärkte Einsatz von Nanopartikeln, zum Beispiel von Titannanopartikeln, bei. Vor etwa 10 Jahren gab es die ersten Richtlinien, wie hoch die Feinstaubbelastung auf Straßen sein darf. Grenzwerte wurden eingeführt und durch Messstationen bundesweit durchgängig gemessen. Eine solche Messstationen steht in Rostock zum Beispiel am Holbeinplatz und anderen Verkehrsknotenpunkten. "Wenn bei einigen Kopierern und Druckern dieser Grenzwert bis zum Fünffachen überschritten wird, dann muss es auch für Arbeitsräume solche Grenzwerte geben und die Feinstaubbelastung im Sinne des Arbeitsschutzes deutlich reduziert werden", fordert Jonas.

Quelle: idw-online

17. Oktober 08

Welche Moleküle Nahrungsmittelallergien auslösen und wie sie sich nachweisen und abbauen lassen

Unter Lebensmittelallergien leiden etwa ein bis zwei Prozent aller Erwachsenen und bis zu zehn Prozent der Kinder. Auslöser sind sowohl tierische als auch pflanzliche Produkte. Die Oktoberausgabe der "Nachrichten aus der Chemie" berichtet, was ein Allergen chemisch gesehen ist, welche Methoden es aufspüren und wie sich seine Wirkung mindern lässt.         

Ein Lebensmittel enthält häufig mehrere Allergene, auf die Menschen unterschiedlich reagieren: Die Erdnussallergie ist in Deutschland wenig verbreitet, tritt in England in letzter Zeit vermehrt auf und ist in den USA ein Problem. Apfelallergiker sind in nordeuropäischen Ländern häufiger als in Südeuropa. Dabei reagieren die nördlichen Apfelallergiker auf andere Allergene als die südlichen.

Ein Allergen ist oft ein Protein mit Bindungsstellen für spezifische Antikörper, Epitope genannt. Lebensmitteltechnische Verarbeitung kann die Epitope eines Proteins und damit das allergene Potenzial verändern: Es reduziert sich im Apfel beim Erhitzen während der Saftgewinnung, das Rösten einer Erdnuss dagegen erhöht ihr allergenes Potenzial. Gentechnische Verfahren können die Epitope zerstören und damit das allergene Potenzial eines Lebensmittels senken.

Die allergenen Proteine sind in einem Lebensmittel durch elektrophoretische, chromatographische und immunologische Verfahren identifizierbar. Andere Methoden spüren allergieauslösende Substanzen auch in einem verarbeiteten Produkt auf.

Über diese und weitere Neuigkeiten zu Lebensmittelallergenen berichtet in der Oktoberausgabe der "Nachrichten aus der Chemie" die Lebensmittelchemikerin Angelika Paschke. Die PDF-Datei des Artikels gibt es bei der Redaktion der "Nachrichten aus der Chemie" unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den "Nachrichten aus der Chemie" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.

Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/nachrichten "Nachrichten aus der Chemie"
http://www.gdch.de/taetigkeiten/nch/jg2008/h10_08.htm Das Oktoberheft der "Nachrichten aus der Chemie"

Quelle: idw

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14. Oktober 08

Gräser-Impf-Tablette wirkt effektiv und sicher bei Kindern

Die Gräser-Impf-Tablette mit Allergenen aus Wiesenlieschgras bessert bei Kindern mit Heuschnupfen oder Asthma
aufgrund einer Gräser- oder Roggenpollenallergie signifikant die Symptome
und senkt den Medikamentenverbrauch. Das sind die Ergebnisse der GT-12-Studie, die am 12. September 2008 auf dem 3. Gemeinsamen Deutschen Allergie-Kongress in Erfurt präsentiert wurden.

Eine spezifische Immuntherapie ist die einzige ursächlich wirkende Behandlung bei Pollenallergien. Die regelmäßige Applikation von standardisierten Pollenallergenen führt zu einer anhaltenden Toleranz des Immunsystems. Bei Erwachsenen mit einer Allergie gegen Gräser- oder Roggenpollen hat sich seit zwei Jahren eineinnovative Gräser-Impf-Tablette mit standardisierten Wiesenlieschgrasallergenen bewährt. Das Präparat bessert die Pollenallergie ebenso effektiv wie eine spezifische Immuntherapie mit Spritzen.

Aktuelle Studienergebnisse bestätigten jetzt die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit
der Gräser-Impf-Tablette auch bei allergiekranken Kindern. Professor Dr.
Albrecht Bufe, Kinder- und Jugendarzt aus Bochum, stellte am 12. September 2008 auf dem 3. Gemeinsamen Deutschen Allergie-Kongress in Erfurt die Ergebnisse der GT-12-Studie vor: Die Gräser-Impf-Tablette reduzierte die Heuschnupfensymptome der Kinder und Jugendlichen um 28% und senkte den Medikamentenbedarf um 65% (Medianwerte). Außerdem hatten die mit der Gräser-Impf-Tablette behandelten Kinder deutlich mehr symptomfreie Tage, als die Kinder der Placebogruppe. „Die Wirkung und die Verträglichkeit der Gräser-Impf-Tablette ist bei Kindern ebenso gut, wie wir es schon aus den mehrjährigen Studien mit Erwachsenen kennen“, stellte Studienleiter Bufe fest.

Die Symptome von saisonalem Asthma reduzierten sich durch die Gräser-Impf-Tablette um 60%. Zudem verringerte die Tablette im Vergleich zu Placebo die Anzahl der Tage mit Asthmasymptomen um 67% (Medianwerte). Unter Placebo trat an dreimal soviel Tagen Asthma auf. „Heuschnupfen ist ein großes Risiko für Asthma. Möglicherweise lässt sich mit der Gräser-Impf-Tablette auch der Etagenwechsel zum Asthma stoppen. Das muss allerdings erst noch belegt werden“, sagte Bufe.

An der GT-12-Studie nahmen 253 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 16 Jahren teil. Sie litten unter allergischem Schnupfen mit oder ohne Asthma aufgrund einer Allergie auf Gräser- oder Roggenpollen. Ein Teil der Kinder und Jugendlichen erhielt spätestens acht Wochen vor dem Beginn der Gräserpollensaison 2007 täglich eine Gräser-Impf-Tablette und wurde während der gesamten Pollensaison weiterbehandelt. Die Kontrollgruppe wendete dagegen während der gleichen Zeit ein Placebo an.

Die Anwendung der Tablette ist – nachdem sie einmal unter Aufsicht des Arztes eingenommen wurde – einfach zu Hause möglich. Sie löst sich unter der Zunge innerhalb weniger Sekunden auf und setzt die Allergene frei. Bis auf leichte bis selten moderate, lokale Nebenwirkungen zu Beginn der Behandlung ist die Gräser-Impf-Tablette sicher und gut verträglich.

Die europaweite Zulassung für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ist aufgrund der überzeugenden Studienergebnisse der GT-12-Studie bereits beantragt.

Quelle: Quelle: ALK-Abelló Arzneimittel GmbH/ MasterMedia GmbH

Tropfen-Immuntherapie hilft auch bei oralem Allergiesyndrom

Wie eine aktuelle Studie berichtet, können Heuschnupfenkranke auch hinsichtlich einer durch Pollenallergene ausgelösten Nahrungsmittelallergie von einer so genannten sublingualen Immuntherapie profitieren.1 Diese Therapieform mit Tropfen ist daher eine geeignete Alternative zur Immuntherapie mit Spritzen, deren Wirksamkeit bei einem sogenannten oralen Allergiesyndrom (OAS) bereits in mehreren Studien gut dokumentiert ist. Die SLIT könnte einen Vorteil gegenüber der Spritzentherapie haben: Sie wirkt über die Mundschleimhaut, genau dort, wo bei einem OAS die allergischen Nahrungsmittel-Symptome auftreten.

Pollenallergiker mit OAS können ihren allergischen Schnupfen und ihre durch Nahrungsmittel ausgelöste Allergie bei einem allergologisch tätigen Facharzt behandeln lassen. Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist die einzige Behandlungsmethode, die ursächlich gegen Allergien wirkt. Im Rahmen einer sublingualen Immuntherapie (SLIT) kann der Betroffene die Allergene einfach selber unter die Zunge tropfen. Die Wirksamkeit der SLIT auch gegen ein OAS belegt eine vor kurzem veröffentlichte Studie1: 102 Heuschnupfenpatienten mit gleichzeitigem OAS nahmen an der Studie teil und wurden über 12 Monate mit einer SLIT behandelt. Die behandelnden Ärzte beobachteten bei 75 Prozent ihrer Patienten eine deutliche Verbesserung des OAS. Gleichzeitig reduzierte die Immuntherapie die Symptome des allergischen Schnupfens signifikant um 50 bis 86 Prozent sowie den Medikamentenverbrauch. Über die gesamte Therapiedauer traten kaum Nebenwirkungen auf.1

Die SLIT wirkt sicher, lang anhaltend und sogar vorbeugend gegen ein allergisches Asthma.2,3 Der Allergiker tropft dazu eine Allergenlösung unter die Zunge. Die Behandlung kann sofort mit einer „MonoDose“ täglich, ganz bequem ohne Tropfenzählen beginnen. Wie die Studienergebnisse zeigen, können Patienten mit Heuschnupfen auch hinsichtlich des OAS von der Behandlung profitieren.

Bei Menschen mit einer Pollenallergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Eiweiße in den Pollen. Rund 70 Prozent der Bevölkerung mit Heuschupfen haben gleichzeitig ein durch Nahrungsmittel ausgelöstes OAS.1 Grund ist eine Kreuzallergie: Die Allergene aus Gräser-, Kräuter- oder Baumpollen gleichen in ihrer Struktur beispielsweise den Eiweißen aus bestimmten Früchten oder Gemüsesorten. Ist das Immunsystem auf ein Pollenallergen sensibilisiert, kann es auch beim Kontakt mit ähnlichen Eiweißstrukturen aus Nahrungsmitteln mit allergischen Symptomen reagieren. Zumeist verlaufen diese mit Juckreiz im Mund- und Rachenbereich oder an den Lippen eher mild. In einigen Fällen sind allerdings schwere allergische Reaktionen möglich, wie beispielsweise ein Anschwellen der Zunge oder sogar ein allergischer Schock.


  1. Bergmann K-C et al. Effect of Pollen-Specific Sublingual Immunotherapy on Oral Allergy Syndrome. An Observational Study. WAO Journal 2008;79-84.

  2. Di Rienzo V et al. Long-lasting effect of sublingual immunotherapy in children with asthma due to house dust mite: a 10-year prospective study. Clin Exp Allergy. 2003 Feb;33(2):206-10.

  3. Novembre E et al.: J Allergy Clin Immunol 2004; 114: 851-7

Quelle: ALK-Abelló Arzneimittel GmbH/ <>MasterMedia GmbH

01. Oktober 08

Landleben schützt schon Ungeborene vor Asthma

Das Landleben schützt offensichtlich bereits ungeborene Kinder vor Asthma. Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft Kontakt zu Tieren, Getreide oder Heu hatten, bekommen im späteren Leben seltener allergische Atemweg- und Hauterkrankungen.

Für einen optimalen Schutz vor diesen Beschwerden sei aber ein anhaltender Kontakt zu Nutztieren oder Getreide nötig. Das berichten Wissenschaftler aus Neuseeland und Deutschland im "European Respiratory Journal" (32, 2008, 603).

Aus früheren Untersuchungen war bereits bekannt, dass Kinder, die sich häufig auf dem Land aufhalten, seltener unter allergischen Erkrankungen leiden. Vor allem der Verzehr frischer Kuhmilch und der Aufenthalt in Kuhställen wurde für den beobachteten Schutz verantwortlich gemacht. Das Phänomen wurde als Bauernhof-Effekt bekannt. Dr. Jeroen Douwes von der Massey Universität in Wellington in Neuseeland und seine Mitarbeiter bestätigten mit ihrer Untersuchung nun zunächst, dass Kinder von Bauern tatsächlich seltener an Asthma und ähnlichen Allergien erkranken als Stadtkinder.

Darüber hinaus ergab ihre Befragung von insgesamt 2509 Bauernfamilien und 1001 Stadtfamilien, dass die schützende Wirkung bereits während der Schwangerschaft auf die ungeborenen Kinder übertragen wird. Wie das geschieht, ist bisher unklar. Die Kinder litten jedenfalls deutlich seltener an Asthma, Heuschnupfen und sogenannten atopischen Ekzemen. Am stärksten reduzierte sich das Risiko für Kinder, die selbst später auch auf dem Land lebten.

Quelle: Ärztezeitung

23. September 08

Tendenz steigend: Allergien auf Brillenfassungen

Sehschwache Allergiker haben’s schwer: Zwar ist bei einer Pollenallergie eine Brille von Vorteil, eine Nickelallergie wirft dagegen etliche Probleme auf. Doch es gibt Alternativen zu allergieauslösenden Brillenfassungen.

Allergien haben viele Ursachen und immunologische Reaktionswege. So ist die allergische Rhinitis (Heuschnupfen) eine Allergie vom Soforttyp: Das Immunsystem überreagiert beim Kontakt mit dem Pollen sofort mit Niesattacken, anschwellenden Schleimhäuten und geröteten Augen. Wer eine Sehhilfe benötigt, aber häufig gerötete Augen hat und zur Linderung Tropfen in die Augen träufeln muss, wird sich schon aus praktischen Gründen für eine Brille entscheiden.

Demgegenüber ist eine Kontaktallergie auf Nickel eine Allergie vom verzögerten Typ: Zwischen dem Kontakt mit dem Allergen und der Reaktion darauf – einem Kontaktekzem – können mehrere Stunden bis Tage vergehen. Schätzungen zufolge leiden etwa zwei Prozent aller Brillenträger unter einem Kontaktekzem. Ein guter Optiker wird deshalb bereits eingangs die Frage stellen, ob und welche Allergien bekannt sind.

Anzeichen einer „Brillenallergie“
Das Brillen-Kontaktekzem sollte nicht verwechselt werden mit Rötungen an Nasenrücken, Schläfen oder Ohrmuscheln, die reine Druckstellen aufgrund des Brillengewichts, des schlechten Sitzes einer Brille oder der Schweißzusammensetzung sind. Die sogenannte Kontaktdermatitis auf Brillenmaterialien wird dagegen sichtbar in Form von Ekzemen (juckende, gerötete, nässende oder trockene Stellen) an den Auflagepunkten der Brille. Auch Irritationen an und um die Augenlider sind möglich. Bei Kontaktallergien sind Kontaktlinsen eine gute Alternative.

Welche Brille ist geeignet?
Ist die Wahl jedoch auf eine Brille gefallen, müssen Materialien ausgeschlossen werden, die möglicherweise zu Hautirritationen führen könnten. Wenn die Allergie noch nicht nachgewiesen ist, aber vermutet wird, steht vor dem Brillenkauf ein Epikutantest in der hautärztlichen Praxis an.

Metallfassungen: Die meisten Kontaktekzeme entstehen durch Fassungen, die Nickel und Kupfer enthalten – Metalle, die in fast allen Legierungen enthalten sind. Nach gesetzlichen Vorschriften müssen die Auflagepunkte der Brille (Nasensteg, -auflage und Bügel) aus nichtallergenen Materialien gefertigt sein. Doch das ist bei Metallfassungen schwierig. Selbst Edelstahl, Titanlegierungen und Vergoldungen/Goldauflagen enthalten Nickel.

Wer bereits mit entsprechenden Materialien etwa in Uhrarmbändern oder Schmuck eine Hautreaktion beobachten konnte, sollte Metallfassungen meiden, bei denen die Auflagepunkte nicht wenigstens ummantelt oder mit „Allergie-Beschichtungen“ geschützt sind. Nur reinste Metalle wie Feingold, Rhodium und reines Titan sind frei von Nickel und werden höchstwahrscheinlich vertragen. 

Kunststofffassungen: Kunststofffassungen, die ausschließlich aus Polyamid, Acrylglas oder Epoxydharz bestehen, sind unproblematisch. Allerdings werden dem reinen Kunststoff häufig Substanzen wie Weichmacher, Alterungsschutz, Farbstoffe und Antioxidantien beigemengt, die allergenes Potenzial haben. Und auch in der Herstellung von Kunststoffbrillen wird oft Nickel verwendet, etwa in den Scharnieren oder als Metallverstärkung in den Bügeln. Mit der Zeit können dort Nickel-Ionen durch feine Risse im Material sickern und ein Kontaktekzem hervorrufen. Entscheiden sich Allergiker für Kunststofffassungen, sollten sie beachten, dass als Material für Nasenpads, Bügelbeschichtung und andere mögliche Hautkontaktstellen Silikon verwendet wird.

Naturmaterialfassungen: Aus allergologischer Sicht gänzlich unproblematisch sind Brillenfassungen aus Naturmaterialien wie Holz und Horn. Insbesondere die Büffelhornbrille von heute hat mit dem Horngestell von früher nichts mehr gemein. Der einzige Fremdstoff ist Edelstahl für die Federscharniere. Sie kommen aber nicht mit der Haut in Kontakt. Hornbrillen sind sehr robust, müssen nur gelegentlich geölt werden. Das Material passt sich optisch seiner Trägerin/seinem Träger an und wird mit der Zeit immer schöner.

Quelle: www.dgk.de

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