Europäische Stiftung für Allergieforschung verleiht dem Urlaubsort das ECARF-Qualitätssiegel im Rahmen eines bundesweiten Modellprojektes.
Die Allgäuer Gemeinde Bad Hindelang erhielt heute von der gemeinnützigen Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) im Rahmen eines Festaktes das ECARF-Qualitätssiegel für Allergikerfreundlichkeit. Die Verleihung erfolgte im Rahmen des Modellprojektes "Entwicklung von Leitfäden und Zertifizierung allergikerfreundlicher Kommunen", das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesverbraucherministerin, würdigte das Modellvorhaben als innovativ und zukunftsweisend.
"Allergiker finden in Bad Hindelang hervorragende Bedingungen für einen angenehmen Aufenthalt.", so Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier, Leiter der Stiftung ECARF. "Das vernetzte Angebot allergikerfreundlicher Dienstleistungen erhöht deutlich die Lebensqualität von Allergikern, die in Bad Hindelang Urlaub machen. Zusätzlich ist die Luft des Heilklimatischen Kurortes dank der Höhenlage extrem pollen- und schimmelpilzsporenarm und frei von Hausstaubmilben."
Über 70 Bad Hindelanger Unternehmen beteiligen sich unter dem Motto "Wir machen mit!" an diesem Modellprojekt. Sowohl Hotels und Pensionen als auch Restaurants, Bäckereien, Metzgereien, Cafés und Supermärkte haben von der Stiftung definierte und auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Maßnahmen in ihren Betrieben in den vergangenen Monaten umgesetzt. In mehreren Schulungen informierte ein Allergologenteam von ECARF das Personal interessierter Dienstleister, mit welchen oft einfachen und nicht unbedingt teureren Mitteln sie ein allergikerfreundliches Angebot schaffen können. Eine allergikerfreundliche Unterkunft bietet beispielsweise rauch- und haustierfreie Zimmer mit allergikerfreundlichen Bodenbelägen und milbendichten Schutzhüllen für Matratzen und Bettzeug an. Teilnehmende gastronomische Dienstleister offerieren ihren Gästen Speisen und Menüs ohne die häufigsten allergieauslösenden Lebensmittel wie Nüsse, Eier und Sellerie und nennen auf Nachfrage detailliert die verwendeten Zutaten. Besucher erkennen teilnehmende Unternehmen anhand des gut sichtbaren ECARF-Qualitätssiegels.
Um die Effekte der Zertifizierung sowohl bei der Kommune als auch bei den Besuchern festzustellen und andere Urlaubsorte zu motivieren, sich ebenfalls allergikerfreundlich auszurichten, wird das Modellprojekt wissenschaftlich begleitet. Im Jahr 2008 wurde bereits der Ort Baabe auf der Ostseeinsel Rügen im Rahmen eines Pilotprojektes von der Stiftung ECARF als erster allergikerfreundlicher Ort weltweit ausgezeichnet. In Europa sind Allergien die häufigste chronische Krankheit. Durchschnittlich lebt in fast jeder zweiten Familie in Europa ein Allergiker, jedoch werden 90% aller Betroffenen nicht adäquat oder gar nicht medizinisch behandelt.
Quelle: ECARF