Besteht der Verdacht auf eine Allergie geht es meistens schnell zum Allergietest. Folgende Testverfahren werden derzeit angewandt:
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Pricktest
Der Pricktest ist die wohl bekannteste Art des
Allergietests. Besteht der Verdacht auf eine Allergie, werden in
Flüssigkeit gelöste Spuren des vermuteten Allergens auf die Haut, meist
auf die empfindliche Innenseite des Unterarmes, gegeben. Dann wird an
den entsprechenden Stellen mit einer Nadel oder Lanzette in die Haut
gestochen, so dass das Allergen unter die Hautoberfläche gelangt.
Besteht eine Allergie, entsteht innerhalb der nächsten Minuten eine
Quaddel um die Einstichstelle. Der Pricktest eignet sich vor allem für
die Diagnose von Typ I-Allergien, da - bei positiver Testung - bereits
wenige Sekunden oder Minuten nach Gabe des Allergens in die Haut ein
Auftreten der Symptome zu erwarten ist, so dass sehr schnell ein
Ergebnis vorliegt.
Scratchtest
Der Scratchtest ähnelt dem Pricktest, allerdings
wird hier die Haut mit einer feinen Lanzette über eine Länge von
mehreren Millimetern eingeritzt, nachdem eine Allergenlösung
aufgetragen wurde. Das Allergen gelangt so in die Haut und löst, sofern
eine Allergie vorliegt, eine allergische Reaktion aus. Der Test ist oft
unspezifisch und wird nur selten angewandt.
Intrakutantest
Beim Intrakutantest wird die verdünnte
Allergensubstanz mittels einer feinen Kanüle unter die Haut gespritzt.
Findet eine allergische Reaktion statt, so bilden sich bereits wenige
Minuten nach der Durchführung des Tests Hautrötungen oder Quaddeln.Der
Test ist sehr empfindlich, aber es können allergische Allgemeinsymptome
auftreten, daher wird er meist nur zur Ergänzung des Pricktests in
Einzelfällen angewendet.
Reibtest
Zur Durchführung eines Reibtests werden keine
Allergenlösungen verwendet, sondern die Allergie auslösenden
Substanzen, Nahrungsmittel o.ä. werden in ihrer Ursprungsform durch
Reiben in Kontakt mit der empfindlichen Haut an der Innenseite der
Unterarme gebracht. Um sicherzustellen, dass eine eventuelle Reaktion
nicht lediglich auf die Hautreizung durch das Reiben hervorgerufen
wurde, wird am anderen Unterarm mit gleicher Intensität physiologische
Kochsalzlösung eingerieben und die Reaktionen miteinander verglichen.
Epikutantest
Der Epikutantest wird auch Pflaster-, Läppchen-
oder Patchtest genannt. Er ist besonders dafür geeignet, die Auslöser
einer Kontaktallergie zu ermitteln. Pflasterstreifen mit Testsubstanzen
in geeigneter Verdünnung werden auf den Rücken der Patientin/des
Patienten geklebt. Nach etwa zwei Tagen, wenn die Pflaster entfernt
werden, lassen sich die Reaktionen ablesen.
Eine zweite Ablesung erfolgt nach 72 Stunden.
Andere Provokationstests
Provokationstest
Provokationstests wenden sich im Gegensatz zu den
anderen Hauttests direkt an das von der Allergie befallene Organ. Bei
allergischem Schnupfen findet der nasale Provokationstest Anwendung.
Eine in Flüssigkeit gelöste Kleinstmenge des Allergens wird in die Nase
gesprüht und die Änderung des Widerstandes gemessen. Durch den direkten
Kontakt mit dem Allergen können die Reaktionen in seltenen Fällen bzw.
bei schwerer Ausprägung der Allergie unvorhersehbar heftig ausfallen.
Es kann sogar zu lebensbedrohlichen Symptomen kommen (anaphylaktischer
Schock). Deshalb ist es wichtig, die Provokationstestung nur im Beisein
und unter Aufsicht einer/eines allergologisch geschulten Ärztin/Arztes
durchführen zu lassen.
Bluttests
Spezifischer IgE-Test
Der IgE-Test ist die häufigste Blutuntersuchung bei der Diagnose einer
Allergie. Bei diesem Bluttest wird die IgE-Antikörper-Konzentration im
Blut nachgewiesen, indem eine Blutprobe der Patientin/des Patienten mit
dem verdächtigen Allergen in Kontakt gebracht wird. Anhand des
Ergebnisses, also ob und wieviel IgE-Antikörper im Blut gegen das
zugefügte Allergen gebildet werden, kann die Allergie bzw. die Schwere
der Ausprägung ermittelt werden.
"Wir möchten uns an
dieser Stelle bei ECARF - Europäische Stiftung für Allergieforschung an
der Charité - Universitätsmedizin Berlin für die inhaltliche
Unterstützung bedanken."