Für Menschen mit einer Histamin-Unverträglichkeit sind viele
Lebensmittel tabu. Doch Langeweile auf dem Speiseplan? Das muss nicht
sein!
Sich gesund zu ernähren, bedeutet nicht automatisch, sich auch gesund
zu fühlen. Ob frische Tomaten, köstliche Erdbeeren oder würziges
Sauerkraut: Wer von einer Histamin-Intoleranz betroffen ist, leidet
nach dem Verzehr scheinbar gesunder Speisen nicht selten an vielerlei
Beschwerden.
Symptome
einer solchen Histamin-Intoleranz können zum Beispiel sein: Rötung und
Hitzegefühl des Kopfes, Kopfschmerz, behinderte Nasenatmung (entweder
durch Engstellung oder auch Fließschnupfen, Nasenschleimhautschwellung,
Magen-Darm-Beschwerden (von Krämpfen über Blähungen bis zu Durchfall,
oft fälschlicherweise Reizdarm diagnostiziert), Blähungen,
chronisch-niedrigem Blutdruck (Hypotonie), bronchiale Obstruktion bis
zu Asthmaanfällen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen und Nesselsucht
(chronisch und/oder akut) sowie Neigung zu Ekzemen. Weitere Symptome
sind Sekundenschlaf beim Autofahren wegen Anschwellen der
Nasenschleimhäute und damit verbundener Schlaflosigkeit in der Nacht.
Histamine vor allem in gereiften Lebensmitteln
Bei
uns sind etwa drei Millionen Menschen von einer
Histamin-Unverträglichkeit betroffen. Viele kennen den Auslöser ihrer
Beschwerden jedoch nicht. Denn der "Feind auf meinem Teller" ist nicht
leicht auszumachen. Warum? Histamin ist ein natürlicher Bestandteil
vieler Nahrungsmittel. In unserem Essen ist es weit verbreitet. Lagert
ein Lebensmittel lange, dann entwickelt es sich zu einer wahren
"Histaminbombe": Sauerkraut, Fischkonserven, Dauerwurst, Rotwein,
Hefeprodukte.
Was passiert genau im Körper? Histamin wird
durch das Enzym Diaminoxidase (DAO) abgebaut. Bei einer
Histamin-Intoleranz ist die Aktivität dieses Enzyms eingeschränkt und
durch die Nahrung aufgenommenes und im Körper gebildetetes Histamin
kann nicht oder nur teilweise abgebaut werden. Beim Verzehr
histaminhaltiger oder histaminfreisetzender Nahrungsmittel kommt dann
es zu einer pseudoallergischen Reaktion des Körpers.
Die
Schwankungsbreite des Histamingehaltes in Nahrungsmitteln ist abhängig
von Frische, Reife und Sorte des Nahrungsmittels, daher:
Lebensmittel frisch verzehren.
Lebensmittel
mit hohem Gehalt an biogenen Aminen wie Banane, Tomate, Spinat
einschränken, auf gereifte Lebensmittel wie Sauerkraut ganz verzichten.
Fischsorten wie Makrele, Sardelle, Hering und Thunfisch
einschränken/meiden. Fisch vor der Zubereitung wässern, da Histamin
wasserlöslich ist.
Weißwein statt Rotwein nutzen.
Streichkäse und Butterkäse anstelle von Hartkäse verwenden, jungen Käse gegenüber referen Sorten vorziehen.
Kochwurst (Leberwurst) anstelle von Rohwurst (Salami) und Schinken verzehren.
GZ-TIPPS
Hier können Sie sich informieren
"Schlemmen
Sie nach Herzenslust und finden Sie Freude am Zubereiten köstlicher
Mahlzeiten, vom Snack bis zum Drei-Gänge-Menü!", sagen die Autoren des
Ratgebers "Köstlich essen bei Histamin-Intoleranz". Das im TRIAS
Verlag, 2006 in Stuttgart erschienene Kochbuch stellt 110 Koch- und
Backrezepte vor, die leicht nachzukochen und gut bekömmlich sind.
Außerdem erfahren Betroffene, welche Lebensmittel kein oder nur wenig
Histamin enthalten, wie sie richtig gelagert und zubereitet werden. Der
Ratgeber enthält verschiedene Koch- und Backideen für ein
abwechslungsreiches Frühstück, Mittag und Abendbrot. Auch Süßspeisen
und Gebäck sind bei Histamin-Intoleranz nicht tabu. Alle Zutaten sind
im Supermarkt, Bioladen, Reformhaus und Metzger erhältlich.
Sie
können sich auch anderweitig informieren: Ausführliche Angaben über den
Histamingehalt einzelner Nahrungsmittel, Rezepte für eine histaminarme
Kost sowie eine Übersicht über eine ausgewogene Ernährung bei einer
Histamin-Intoleranz gibt es zum Beispiel auch exklusiv für Mitglieder
des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V.
Zum Marktplatz-Allergie.net
Quelle: www.aerztlichepraxis.de