3 posts categorized "Nickelallergie"

06. Dezember 08

Piercing kann zur Sensibilisierung gegenüber Nickel führen

Nickel kann Allergien auslösen. Das Metall ist weitverbreitet und in vielen Bedarfsgegen-ständen wie Modeschmuck und Bekleidungszubehör enthalten. Die Legierungen, aus denen viele Materialien für Gegenstände des alltäglichen Bedarfs hergestellt sind, weisen oft einen hohen Nickelgehalt auf. Dazu gehören auch Weißgold oder Neusilber. Letzteres wird zum Beispiel in Essbestecken, medizinischen Geräten, Reißverschlüssen, Blasinstrumenten und Saiten für Saiteninstrumente verwendet. Nickel ist auch Bestandteil von Edelstahllegierungen für Kochgeschirr, Schlüssel, Messer, Damenuhren, Herrenuhren, Kinderuhren,Jeansknöpfen, Gürtelschnallen, Schuhschnallen und Türklinken. Kinder können über Metallspielzeug mit Nickel in Kontakt kommen.

Der direkte Hautkontakt mit nickelhaltigen Materialien bewirkt bei sensibilisierten Verbrauchern eine Überempfindlichkeitsreaktion. An der Kontaktstelle kommt es dabei nach ein bis zwei Tagen zu einer Entzündungsreaktion der Haut. Für die Entwicklung einer Sensibilisierung oder eines Kontaktekzems gegenüber Nickel ist vor allem die Freisetzung von Nickel aus dem jeweiligen Material entscheidend. Diese Freisetzung wird durch andere Bestandteile des Materials hervorgerufen, beispielsweise durch Schwefel. Auch Körperflüssigkeiten katalysieren die Freisetzung von Nickel. Kommt, wie beim Piercing, nickelhaltiger Schmuck direkt mit der Haut oder darunter liegendem Fett- und Knorpelgewebe in Kontakt, kann Nickel durch Schweiß, Urin oder Blutplasma leicht herausgelöst werden.

In der Gesamtbevölkerung hat sich in den letzten Jahren die Zahl der Verbraucher, die gegenüber Nickel sensibilisiert sind, kaum verändert. Allerdings wurde bei Frauen unter 18 Jahren eine deutliche Zunahme der Sensibilität beobachtet. Studien zufolge tragen vor allem Verbraucher unter 18 Jahren Piercings an verschiedenen Körperteilen, Frauen sind dabei häufiger gepierct als Männer. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Entwicklung der Nickelsensibilisierung bewertet. Dabei wurde auch der mögliche Zusammenhang zwischen der Zunahme der Sensibilität gegenüber Nickel und Piercing beurteilt. Ergebnis der Bewertung war, dass beim Piercen ein besonderes Risiko besteht, gegenüber Nickel sensibilisiert zu werden und eine Kontaktdermatitis zu entwickeln. Das Tragen von Piercings in jungen Jahren erhöht die Wahrscheinlichkeit, als Erwachsener eine Nickelallergie auszubilden und Einschränkungen der Lebensqualität hinnehmen zu müssen. Aus Sicht des BfR sollte bereits in der Schule über die Risiken des Piercings aufgeklärt werden. Das BfR empfiehlt zu prüfen, ob Jugendliche unter 18 Jahren nur unter Vorlage einer Einverständniserklärung der Eltern gepierct werden dürfen. Um langfristig die Zahl derjenigen Verbraucher zu senken, die sensibel auf Nickel reagieren, sollte der zurzeit gültige Höchstwert der Freisetzung von Nickel aus den verschiedenen Bedarfsgegenständen weiter gesenkt werden.

Quelle: www.bfr.bund.de

12. November 07

Klebrige Massagen und Schokoladenbäder sind Wellnesstrend

Die warme Schokolade fließt langsam über den Körper, bedeckt das ganze Gesicht und verbreitet einen angenehm süßlichen Geruch. Was klingt wie ein Traum eines Kindes, ist in Wirklichkeit ein aktueller Trend in der Wellnessbranche: Schokolade wird nicht gegessen, sondern gleich löffelweise für Massagen, Kosmetikprodukte, Peelings und Ganzkörperpackungen genutzt. Bundesweit bieten zahlreiche Hotels, Wellnesszentren, Beautyfarmen und Kosmetiksalons diese Luxus-Behandlungen an - mit Erfolg: Schließlich kann man so Schokolade genießen, ohne dick zu werden.

«Schokolade ist in der Wellness-Branche seit einiger Zeit in Mode gekommen», bestätigt der Dermatologe Hans Meffert aus Berlin. Immer mehr seiner Patienten erzählen ihm von ihren Erfahrungen mit der dunkelbraunen Masse. «Eine junge Frau hat mir beispielsweise berichtet, wie schön sie es fand, mit warmer Schokolade massiert zu werden und wie gut sie sich dabei gefühlt habe.»

Die Angebote dafür sind vielfältig. In einem Hotel in Bad Nenndorf beispielsweise bietet Andrea Gröne eigenen Angaben zufolge Peelings, Massagen und Packungen mit heißer Schokolade an. Auch Kosmetikfirmen haben laut dem Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse (VKE) in Berlin Kakaobutter in einige Körperpflegeprodukte integriert sowie Schoko-Masken entwickelt.

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Die Idee hinter den Behandlungen mit der braunen Süße ist einfach: Die Kakaobohne enthält ähnlich wie andere Naturprodukte verschiedene Inhaltsstoffe, denen gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden. «Ein Teil der Nuss besteht beispielsweise aus Kakaobutter, die wie andere Butter sehr fettig ist und gerne für bestimmte Cremes verwendet wird», erklärt Hans-Ulrich Jabs vom Deutschen Wellness Verband. «Außerdem enthält Schokolade noch den Glücksboten Serotonin, den Wach- und Muntermacher Phenylethylamin sowie Antioxidantien wie Polyphenole, die krebserregende Radikale fangen», ergänzt der Biochemiker und Facharzt für innere Medizin aus Nottuln bei Münster.

Die Anbieter der Schokoladen-Wellness verweisen darüber hinaus auf das im Kakao enthaltene Theobromin, das das Herz stimulieren soll, sowie auf die Erfahrungen der Mayas und Azteken. So sollen schon die Mayas Kakaobutter als Basis für Wundsalben und zur Behandlung von Fieber, Herz- und Atembeschwerden benutzt haben.

Doch ob die Inhaltsstoffe der Kakaobohne ihre Wirkung auch tatsächlich durch die Haut entfalten können, ist fraglich. «Kakaobutter kann wie andere Fette die Haut pflegen und geschmeidig machen», sagt Dermatologe Meffert. «Doch es gibt keine wissenschaftlich abgesicherten Studien, die belegen, dass Schokoladenbehandlungen auch tiefer gehende Wirkungen haben.» 

Der Biochemiker Jabs ergänzt: «Schokoladenbehandlungen sprechen in erster Linie das kindliche Bedürfnis des Menschen an, sich zu bekleckern und einmal richtig in Schokolade zu wälzen.» Einen weiterführenden, gesundheitsfördernden Wert spricht der Experte den Kakao-Anwendungen jedoch ab. «Das Problem ist, dass die Schokolade gar nicht durch die Haut eindringt, da sie die natürliche Schutzbarriere nicht überwinden kann», erklärt der Mediziner. «Damit die Wirkstoffe aber ihren Effekt erzielen können, müssen sie die Haut durchdringen.»

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Einigen Menschen könnte die Behandlung mit Schokolade sogar schaden. «Das Risiko ist zwar insgesamt klein, doch Kakao enthält oft auch Nickel - und das ist eines der häufigsten Allergene in Deutschland», weiß Hautarzt Meffert. Somit könnte Kakao auf der Haut bei einigen Menschen eine Allergie auslösen. Gleiches gilt für Nüsse, die häufig in Schokolade enthalten sind. Auch gegen sie sind zahlreiche Männer und Frauen allergisch. «Außerdem hat man bemerkt, dass Schokolade Neurodermitis aufflammen lassen kann», sagt Meffert. «Das könnte möglicherweise selbst durch entsprechende äußerliche Anwendungen ausgelöst werden.»

Dennoch sind Behandlungen mit der kalorienreichen Süße weiterhin beliebt. «Der Genuss von Schokolade führt über die Ausschüttung von Serotonin zu Glücks- und Zufriedenheitsgefühlen, steht aber gleichzeitig auch in dem Ruf, dick zu machen», sagt Experte Jabs. Mit der Schokoladenmassage beispielsweise werde in der Werbung jedoch suggeriert, dass Glücksgefühle ohne Gewichtszunahme zu haben seien. Das würde laut Jabs auch erklären, warum die Schokoladenmassagen fast ausschließlich von Frauen nachgefragt werden.

Der Mediziner Meffert hebt zudem den Luxus-Aspekt hervor. «In Schokolade zu versinken, muss man sich erst einmal leisten können», sagt er. «Daher hat eine solche Behandlung auch eine große soziale Komponente, weil man der Umgebung zeigen kann, wie gut es einem finanziell geht.»

Wer seiner Haut jedoch nicht einfach nur Luxus bieten, sondern sich einmal wie Kleopatra fühlen will - für den hat Meffert einen ganz simplen Tipp: «Man kann seiner Haut etwas sehr Gutes tun, indem man einen Teelöffel Olivenöl mit einem Viertel Liter Milch mischt und mit Hilfe eines Schneebesens so lange verquirlt, bis keine Fettaugen mehr zu sehen sind. Wenn man diese Menge anschließend ins Badewasser gibt, bindet sich das Öl an die Haut und pflegt sie wunderbar.»

Zum Marktplatz-Allergie.net

Quelle: www.mz-web.de

31. August 07

Nickel macht Pickel

Das Ohrläppchen glüht feuerrot, es juckt wie beim Mückenstich, Bläschen bilden sich. Sind die neuen Ohrringe schuld? Kaum verschwinden die wieder in der Schatulle, lässt das Kratzbedürfnis nach, ebenso die Rötung. In solchen Fällen sprechen Fachleute von einer „Kontaktallergie“: die Haut rebelliert bei der Berührung eines gewissen Stoffs. In den meisten Fällen ist das Nickel. Nickel ist ein Schwermetall, das sich wegen seiner Hitzebeständigkeit gut zur Legierung eignet und deshalb in vielen Materialien unseres Alltags enthalten ist. Wie in Ohrringen aus nicht-reinem Silber oder Gold.

„Nickel ist nach wie vor das häufigste Allergen“, sagt Peter Altmeyer, Leiter der Uni-Klinik für Dermatologie und Allergologie in Bochum. Vor allem Frauen sind laut Altmeyer von den unangenehmen Hautausschlägen betroffen, da sie nun einmal am meisten Modeschmuck tragen. Und der sei der Hauptverursacher Nummer eins.

Jede zehnte Frau hat "Nickel"

Das erklärt auch die Zahlen: Schätzungen zufolge leidet jede zehnte Frau in Deutschland an einer Nickel-Allergie, aber nur zwei von hundert Männern. Nickel-Allergien entstehen, wenn eine empfindliche Haut sehr dicht auf nickelhaltige Stoffe trifft. Schwitzige Haut spült Nickelbestandteile schneller heraus und begünstigt eine Allergie. Aber auch im Dezember tragen Frauen Ringe oder Piercings direkt auf der Haut. Die Nickel-Allergie ist daher kein reines Sommerproblem, sagt Julia Weißkirchen. Weißkirchen ist Fachberaterin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund und hilft Allergikern mit Telefonberatung. Gemein an der Allergie ist, dass sie nicht immer sofort ausbricht. „Bei dem einen zeigt sich die Allergie nach Wochen, bei anderen erst nach zehn Jahren“, sagt Weißkirchen.

Zeigt sich ein Hautausschlag am Ohr, Bauch oder am Dekolleté, ist die Diagnose einfach: Mit einem Pflaster-Test („Epikutantest“) am Rücken stellt der Arzt innerhalb von 72 Stunden fest, ob Nickel den Reiz auslöst. Gegen die Symptome verabreicht er - meist kortisonhaltige - Cremes und Salben, gegen die Ursachen jedoch ist er hilflos. „Man kann die Allergie nur dadurch therapieren, dass man den nickelhaltigen Stoff weglässt“, sagt Weißkirchen. Also die Ohrringe meiden, unter der Jeans mit den Knöpfen ein Hemd stecken und die Kette über der Bluse tragen. „Der Körper vergisst nichts: Ist die Allergie erst einmal da, hat man sie ein Leben lang“, sagt auch Altmeyer und rät zu echtem Schmuck. „Gegen echtes Gold und Silber gibt es praktisch keine Sensibilisierung.“

Von Allergien durch nickelhaltige Nahrung ist öfters in Internet-Foren die Rede. Das sei eine absolute Rarität und in der Praxis zu vernachlässigen. „In 99,9 Prozent der Fälle laufen die Allergien über die Haut, nicht über eine Darm-Sensibilisierung“, sagt Altmeyer. „Nur ganz, ganz wenige bekommen eine Nickel-Allergie durch Speisen“, sagt auch Weißkirchen. Sie rät dennoch zur Vorsorge: die ersten zwei Liter Wasser aus der Leitung weglaufen lassen und Wasserkocher kaufen, bei denen die Heizstäbe unten angebracht sind. Denn auch in Wasserrohren und Heizstäben steckt Nickel.

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Quelle: www.ksta.de

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