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09. Dezember 08

Asthma: Mehr Wissen - weniger Notfälle?

Asthma-Studie der Universität Witten/Herdecke abgeschlossen / Fortbildungen kamen bei Ärzten und Praxisteams gut an

477 Ärzte, 255 Arzthelferinnen und 250 Patienten - So lautet die nüchterne Zahlenbilanz des Studienteams der medizinischen Fakultät an der Universität Witten/Herdecke zum Abschluss der so genannten L.I.S.A.-Studie. Mit L.I.S.A., der Leitlinien-Implementierungs-Studie Asthma, wurden Haus- und Kinderärzten in Nordrhein-Westfalen die Empfehlungen der aktuellen ärztlichen Leitlinie Asthma nahe gebracht. Der Hintergrund: Leitlinien kondensieren aktuelles und wissenschaftlich basiertes Wissen zu Handlungsempfehlungen für Ärzte. Von denen werden sie aber oft nicht wahrgenommen.

Wie erfahren Ärzte eigentlich von neuen Behandlungskonzepten?

"Dann muss man sie eben in die Arztpraxen bringen", sagten sich die Wissenschaftler der Universität und entwickelten Schulungen für Ärzte und Medizinische Fachangestellte, früher "Arzthelferinnen" genannt. Mit Unterstützung der Bundesärztekammer besuchten sie fortan ärztliche Qualitätszirkel in NRW um die Leitlinienempfehlungen mit den Kollegen zu diskutieren: Wie werden die Schweregrade bei Asthma festgelegt? Welche Medikamente haben einen langfristigen Nutzen bewiesen? Wie lauten die aktuellen Empfehlungen beim Notfall? Und: Was tun, um den Betroffenen mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen? Zusätzlich zu den Fortbildungsveranstaltungen bekamen die Mediziner Zugang zum internetbasierten E-Learning der UWH. Hier konnte, wer wollte, sein Wissen weiter vertiefen.

Während die Ärzte von Arztkollegen geschult wurden, trafen sich die Arzthelferinnen mit einer spezialisierten Medizinischen Fachangestellten der Universität, um mehr über die Asthma-Erkrankung und den richtigen Umgang mit ihr zu lernen. Dabei wurde die korrekte Bedienung der Untersuchungs-Geräte in den Praxen genauso geübt wie der Gebrauch der verschiedenen Asthmasprays und -Inhaliergeräte.

Dieser Wissenstransfer war eingebunden in die eigentliche Studie: Ärzte und Arzthelferinnen bearbeiteten vor und nach den Schulungen Fragebögen um ihr Asthma-Wissen zu testen. Derzeit werden die etwa 2000 Fragebögen ausgewertet, um den Wissenszuwachs zu messen und zu vergleichen.

Und was haben die Patienten davon?

Profitieren die Patienten von den aufwändigen Schulungen ihrer Therapeuten? Das ist die zentrale Fragestellung der L.I.S.A.-Studie. Die Hypothese lautet: Die Umsetzung der Leitlinien-Empfehlungen in den Haus- und Kinderarztpraxen führt zu einem Rückgang der Notfälle bei den Asthma-Betroffenen. Diese Hypothese wurde durch etwa 500 Telefoninterviews geprüft, bei denen die Patienten Auskunft über ihre Erkrankung gaben. Die Studien-Auswertung ist noch in Arbeit. "Wir haben den Eindruck, dass die meisten Ärzte in vielen Teilbereichen bereits entsprechend der Leitlinien-Empfehlungen gehandelt haben, ohne die eigentliche Leitlinie zu kennen. Bei anderen Themen, etwa der Notfalltherapie, gab es aber große Diskrepanzen", sagt der Studienleiter und Internist Nik Koneczny.

Überrascht war das Studien-Team von der hohen Teilnahmebereitschaft der nordrhein-westfälischen Niedergelassenen. Koneczny: "Wir haben ursprünglich nur mit halb so vielen Arztpraxen gerechnet. Offensichtlich kamen das Thema und das Fortbildungsangebot gut an. Allen Teilnehmern möchten wir auf diesem Weg für´s Mitmachen noch mal herzlich danken!"

Informationen & Kontakt: www.AsthmaWissen.de
Studienleitung: N. Koneczny Tel: 02302-926-717, LISA@evidence.de

Wissenschaftlicher Hintergrund:
Die L.I.S.A.-Studie (Leitlinien-Implementierungs-Studie Asthma) ist eine kontrollierte Interventionsstudie der Universität Witten/Herdecke mit den Projektpartnern Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) und Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), gefördert durch die Förderinitiative der Bundesärztekammer zur Versorgungsforschung. Im Zeitraum von März 2007 bis Juni 2008 wurden 477 Allgemein- und Kinderärzte in ihren ärztlichen Qualitätszirkeln zur evidenzbasierten und leitliniengerechten Asthma-Diagnostik und Therapie geschult. Nachfolgend wurde den Teilnehmern eine Schulung des Praxisteams und ein internetbasiertes CME-E-learning angeboten. Inhaltliche Grundlage war die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Asthma. Gemessen wurden Wissenszuwachs und Verhaltensänderung bei Ärzten und Arzthelferinnen sowie ungeplante Arztkontakte (Notfälle) und Wissenszuwachs/Verhaltensänderung bei den Patienten mittels Telefoninterviews. Ziel der L.I.S.A.-Studie ist die Erprobung und Evaluation unterschiedlicher Leitlinien-Implementierungs-Strategien in einem primärärztlichen Setting in Deutschland.

Quelle: idw-online.de

06. Dezember 08

PISA und Allergien

PISA zeigt in regelmäßigen Abständen, welche Leistungen Schüler im internationalen Vergleich erbringen. Mangelnde Leistungen sind jedoch nicht immer Schuld der Schüler oder des Schulsystems. Unbehandelte Allergien können zu vermeidbaren Beeinträchtigungen führen, da sie die Leistungsfähigkeit der Betroffenen erheblich einschränken. Bei Schülern mit Pollenallergie vermindert sich das Ergebnis bei Prüfungen während des Pollenflugs um ca. 20 %. Das Langzeitlernvermögen kann sich um 30 % vermindern, wie auch eine aktuelle britische Studie belegt. Allergien nehmen in allen industrialisierten Ländern zu. Heute ist bereits jeder Dritte von einer Allergie betroffen. 2015 wird etwa die Hälfte der Bevölkerung an Allergien leiden. Schätzungen zufolge wird nur bei ca. 10 % aller Allergiker die Krankheit korrekt diagnostiziert und behandelt. Für 90 % bedeutet dies eine vermeidbare Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit und ebenso eine unnötige Einschränkung der Lebensqualität, da moderne Therapien vorhanden sind.

Weitere Informationen zu Allergien bietet Ihnen die Europäische Stiftung für Allergieforschung ECARF hier im Internet: http://www.ecarf.org/index.php?id=152&L=1

Die Europäische Stiftung für Allergieforschung ECARF ist gemeinnützig. Sie hat ihren Sitz an der Charité - Universitätsmedizin Berlin und engagiert sich speziell in der Forschung, Diagnostik und Therapie von Allergien. Leiter ist Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier. ECARF vergibt kostenlos europaweit ihr Gütesiegel für allergikerfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Die Stiftung ist Mitglied im EU-geförderten internationalen Allergie- und Asthma-Netzwerk GA²LEN.

Quelle: ECARF

26. November 07

Trotz Nahrungsmittel Unverträglichkeit schöne Feiertage erleben

Man schätzt, dass ein Viertel der europäischen Bevölkerung an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leidet. Bei diesen Krankheiten reagiert der Körper auf bestimmte Substanzen in der Nahrung mit Blähungen, Übelkeit, Krämpfen, Schweißausbrüchen, Juckreiz, Ausschlag, Durchfall oder anderen unangenehmen Symptomen. Bei der Histaminintoleranz können sogar lebensbedrohende Zustände auftreten. Gerade in der Winterzeit haben es Menschen mit Unverträglichkeiten nicht leicht. Die meisten Weihnachtsbäckereien, Punsch und Glühwein beinhalten Gluten, Laktose, Fruktose oder Histamin und sind somit für diese Menschen praktisch ungenießbar. Auch der meiste Sekt zu Silvester enthält Histamin und Fruktose, ganz zu Schweigen vom Heringsschmaus, der vor Histamin und Laktose nur so strotzt.

Leben mit der Diagnose

Doch wer die Diagnose Nahrungsmittelunverträglichkeit bekommt, ist nicht zwangsläufig zum lebenslangen Fasten und einer geschmacklosen Diät verurteilt. Es lässt sich sogar recht gut damit leben, berichtet der Innsbrucker Biologe Mag. Michael Zechmann, der vor 1 Jahr die Internetplattform www.nahrungsmittel-intoleranz.com ins Leben rief und selbst Betroffener ist. „Wir haben in Zusammenarbeit mit einigen Diätologen ein paar wunderbare Weihnachtsrezepte zusammengestellt, die nicht nur den Betroffenen, sondern auch den gesunden Familienmitgliedern schmecken werden.“
Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind stark im zunehmen. Michael Zechmann führt dies nicht nur auf eine verstärkte Sensibilisierung der Ärzte zurück, sondern auch auf die immer schlechter werdenden Umweltbedingungen und Lebensumstände. Der Darm ist ein sehr sensibles Organ und wird heutzutage gerne vergessen, wenn es um Gesundheitsvorsorge geht. „Alle schmieren sich mit Sonnenschutzcreme ein, um ihre Haut zu schützen, aber keiner macht sich darüber Gedanken, was er seinem Darm mit Fastfood und Fertiggerichten antut.“ so Zechmann.

Backen für Intolerante

Auf seiner Internetplattform hat Michael Zechmann in Zusammenarbeit mit Diätologen und Ärzten eine Reihe an Rezepten für die Weihnachtszeit zusammengestellt. Neben glutenfreien Keksen, laktosefreien Vanillekiperln oder gar Eiskonfekt finden sich auch interessante Informationen zum Thema „Silvester ohne Histamin“.
“Wir versuchen unseren Usern zu zeigen, dass man auch mit der Diagnose Nahrungsmittelunverträglichkeit ein ganz normales Leben führen kann.“
Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben neben ihrer physiologischen Komponente auch einen starken psychischen Anteil. „Je mehr Angst man sich selber macht, desto weniger verträgt man bestimmte Speisen.“ ist Zechmann überzeugt. „Neben einer gewissen Kenntnis über die Inhaltsstoffe seiner Nahrung und einem Gespür für seinen eigenen Körper, ist das Wichtigste wohl die psychische Einstellung, die man zu sich selbst und zum Essen hat. Ich ernähre mich heute um einiges gesünder, kenne meinen Körper um einiges besser als noch vor meiner Diagnose und esse und trinke fast alles worauf ich Lust habe.“ freut sich Zechmann, der hofft mit seiner Plattform vielen Betroffenen zu helfen ihr Leben trotz Unverträglichkeit wieder in vollen Zügen genießen zu können. Auch zur Weihnachtszeit.

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Quelle: http://pressemitteilung.ws

10. November 07

Allergie aus Langeweile

Eine Allergie ist ein gefährlicher Fehlalarm im Immunsystem - ausgelöst durch unbeschäftigte Mastzellen. Auf die kleinen Helfer können wir jedoch nicht verzichten, entdeckten nun deutsche Forscher: Die Zellen stehen in vorderster Front der Bakterienabwehr.

Mindestens jeder zehnte Bewohner der Industriestaaten hat eine Allergie - und es werden jährlich mehr. Der Grund für die Zunahme ist nicht eindeutig geklärt, einen Hauptschuldigen im Körper gibt es aber schon: Die Mastzelle. Sie startet den Großangriff auf harmlose Pollen, Haare und Nahrungsmittel. Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig sprangen nun für die Mastzellen in die Bresche: Ohne sie hätten Bakterien leichtes Spiel, schreiben Nelson O. Gekara und Siegfried Weiß in der Fachzeitschrift Cellular Microbiology (2007, online first, DOI 10.1111/j.1462-5822.2007.01033.x).

Bislang hatte sich die Forschung auf die negativen Seiten der Zellen konzentriert: Wie sie allergische Reaktionen hervorrufen, indem sie Substanzen ausschütten, die eine Entzündung entstehen lassen. Die Braunschweiger Wissenschaftler untersuchten nun an Mäusen, welche Aufgaben Mastzellen normalerweise übernehmen. Gekara und Kollegen entfernten dazu die Zellen aus den Tieren und infizierten die Nager anschließend mit Listeria-Bakterien. Nach dieser Behandlung konnte das Immunsystem die Erreger deutlich schlechter bekämpfen: In Milz und Leber fanden sich hundertmal mehr Bakterien als bei Mäusen mit funktionstüchtigen Mastzellen.

"Uns war zwar klar, dass dieser Zelltyp bei der bakteriellen Infektabwehr irgendeine Rolle spielen muss", sagte Weiß. "Aber welche das ist - da tappte die Wissenschaft bisher im Dunkeln." Die Forscher konnten nun zeigen, dass Mastzellen bestimmte Botenstoffe vom Typ TNF-alpha absondern, die andere Bestandteile des Immunsystems - wie zum Beispiel Fresszellen - zu den Erregern führen und aktivieren.

Siegfried Weiß sieht in der zunehmenden Hygiene die Ursache von Allergien begründet - Mastzellen müssten dann seltener gegen Infektionen kämpfen. "Bei einem 'zivilisierten' Menschen langweilen sie sich gewissermaßen - und bekämpfen dann auch mal Pollen oder Nahrungsbestandteile", so der Experte.

Allergien scheinen zum Teil auch genetisch begründet zu sein: Wenn Eltern auf bestimmte Stoffe sensibel reagieren, entwickeln deren Kinder häufig ebenfalls Allergien. Außerdem reduzieren Infektionen in der Kindheit das Risiko, später unter einem überempfindlichen Immunsystem zu leiden.

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Quelle: www.medical-tribune.de

29. September 07

Weltweit steigt die Zahl der allergischen Erkrankungen

Noch bis zu diesem Sonnabend tagen in Lübeck die deutschen Allerlogen – die Fachärzte und Wissenschaftler des medizinischen Fachgebiets, bei dem es um Erkrankungen durch äußere Einflüsse und Reize geht. Mit der Tagung wird der Gründer der modernen Allergologie Professor Karl Hansen (1893 - 1962) gewürdigt. Der frühere Leiter der damaligen Medizinischen Klink des Städtischen Krankenhauses legte mit seinen Forschungen und entsprechender Personalpolitik die Grundlage für die heutigen Behandlungs- möglichkeiten dieser Erkrankungsformen.

  Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und  Klinische Immunologie verleiht regelmäßig einen nach Hansen benannten Gedächtnispreis und eine Medaille. Die Universität Lübeck will im neuen Auditorium Maximum nach dessen Fertigstellung im kommenden Jahr eine Gedenktafel anbringen.

Seit hundert Jahren hat die Zahl allergischer Erkrankungen weltweit ständig zugenommen. In Deutschland leidet mittlerweile jeder Dritte an chronischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma und atopischem Ekzem. Den Begriff der „Allergie“ hat 1906 der Wiener Kinderarzt Clemens von Pirquet geprägt.

Für bedenklich halten die Fachleute, dass viel zu wenig Menschen ihre allergische Erkrankung behandeln  lassen. Nur jeder zweite Betroffene geht damit überhaupt zum Arzt. Jeder Vierte sucht einen Facharzt auf, und nur einer von zehn Heuschnupfenpatienten erhält eine spezielle Immuntherapie. Dabei hält die Weltgesundheitsorganisation WHO die Allergie-Impfung neben dem Meiden der Allergieauslöser für die einzig sinnvolle Behandlung bei allergischen Atemwegs-
Erkrankungen. Nur so kann die Krankheit dauerhaft geheilt und die Weiterentwicklung des Heuschnupfens zu Asthma und anderen allergischen Reaktionen vermieden werden 

In der Praxis stößt diese Heilbehandlung allerdings auf große Schwierigkeiten, weil die Mehrzahl der Kassenärztlichen Vereinigungen diese Therapie nicht für wirtschaftlich hält – was eine Behandlung auf Kosten der Gesetzlichen Krankenkassen ausschließt. 

Einen der Gründe für den starken Anstieg der Heuschnupfen-Erkrankungen glauben die Fachleute in den  Fettsäuren der Pollen gefunden zu haben. Diese „PALMs“ setzen  Substanzen frei, die in ihrer Struktur und Funktion Botenstoffen des Menschen ähneln. In Regionen mit hoher Schadstoffbelastung setzen Pollenkörner besonders viele „PALMs“ frei. Das scheint zu erklären,  warum in solchen Gegenden besonders viele Menschen an Pollenallergien leiden.

Besonders problematisch sind allergische Erkrankungen bei Kindern. Bis zu zehn Prozent aller Jugendlichen leiden unter Asthma. Aber häufig bleibt diese Krankheit unerkannt. Bei bis zu drei Prozent der jungen Patienten wird die Krankheit nicht erkannt. Problematisch sind auch die Ängste der Eltern vor einer Kortisonbehandlung ihrer Kinder. Durch eine rechtzeitige Immuntherapie könnte jedes zweite Kind vor Asthma geschützt werden.

Gefährlich wird es, wenn  jugendliche Asthmatiker ihre Symptome nicht richtig deuten oder sich scheuen, den Arzt aufzusuchen. Das erhöht das Sterberisiko.  Besonders gefährdet sind viele junge Menschen gegen Erdnüsse. Zehn Prozent dieser Altersgruppe sind nach Ansicht eines Referenten in Lübeck gegen Erdnüsse sensibilisiert. Da können bereits geringe Mengen zu einem allergischen Schock führen. Deshalb sollten Kinder unter drei Jahren keine Erdnüsse oder Erdnusspräparate essen. Wer erst einmal eine Überempfindlichkeit entwickelt hat, wird die meist sein Leben lang nicht mehr los.

Ähnlich bedenklich ist Soja. Wer gegen Birkenpollen allergisch ist, darf keine Substanzen – auch keine Getränke  - zu sich nehmen, die Soja enthalten. Nur: Soja ist in 30 000 Lebensmitteln enthalten!

Fachleute raten daher dringend, mehr als bisher Allergien bei Kindern vorzubeugen. Säuglinge sollten bis zum vierten Lebensmonat ausschließlich gestillt werden. Wo dies nicht oder nicht ausreichend möglich ist, wird unbedingt eine allergenreduzierte Nahrung empfohlen. Die weltweit größte Studie hierzu in Wesel und München hat gezeigt, dass sich so das Neurodermitisrisiko nachhaltig senken lässt.

Während Tiere offenbar kein so hoher Belastungsfaktor sind wie früher angenommen, sollte in einer Wohnung mit einem Säugling auf keinen Fall geraucht werden. Allerdings weiß man seit neuestem, dass für die Neurodermitis auch ein Gendefekt auslösend sein kann.

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Quelle: http://linkszeitung.de


19. September 07

Schweizer haben öfters Beschwerden

Heuschnupfen, Grippewellen, Erkältungen und Rückenschmerzen wird es wohl immer geben. An Kopfweh leiden rund 90 Prozent der Bevölkerung von Zeit zu Zeit. Doch wie oft leiden Schweizer im Vergleich zu anderen Ländern darunter? Wie behandeln Schweizer solche Beschwerden? Diesen Themen widmet sich die neueste Studie von The Nielsen Company.

Einer von vier Befragten in Portugal und Dänemark sagte, er habe in den vergangenen vier Wochen nie unter Beschwerden gelitten. Damit gehört die Bevölkerung dieser beiden Länder weltweit zu den gesündesten. In der Schweiz litten nur 11 Prozent der Bevölkerung in den vier Wochen vor der Befragung nie unter Beschwerden. Die Schweiz liegt damit unter dem globalen Durchschnitt von 14 Prozent.

Schweizer nehmen «Hausmittelchen»

Europäer kaufen mit durchschnittlich 23 Prozent häufiger rezeptpflichtige Medikamente als andere Regionen. Dies kann damit zusammenhängen, dass das Gesundheitssystem in Europa besser ausgebaut ist als in anderen Teilen der Erde. Mit 15 Prozent kaufen Schweizer unterdurchschnittlich häufig rezeptpflichtige Medikamente in einer Apotheke oder ähnlich. Am häufigsten in Europa kaufen Polen solche Medikamente (42%). 42 Prozent der Schweizer brauchen zuerst Medikamente, die sie schon zu Hause haben, bevor sie welche kaufen. Damit liegt die Schweiz in Europa, zusammen mit Österreich, an dritter Stelle, hinter Polen und Frankreich. Mit 27 Prozent liegt die Schweiz ausserdem unter den ersten vier europäischen Ländern, die häufig «Hausmittelchen» verwenden. Polen, Deutsche und Österreicher brauchen noch häufiger Hausmittel.

Arzt an dritter Stelle

Schweizer hören im Gegensatz zum Durchschnitt Europas gerne auf Empfehlungen von Freunden. 18 Prozent geben an, auf Empfehlung von Freunden ein nicht rezeptpflichtiges Heilmittel auszuprobieren. Damit liegt die Schweiz hinter Deutschland und Ungarn an dritter Stelle. Leiden Schweizer an einer Beschwerde, brauchen sie am häufigsten Heilmittel, die sie bereits zu Hause haben. Am zweithäufigsten werden nicht rezeptpflichtige Medikamente gekauft. Erst an dritter Stelle kommt der Besuch eines Doktors. Mit 28 Prozent Schweizern, die bei Beschwerden einen Arzt aufsuchen, liegt die Schweiz unter dem weltweiten Durchschnitt von 32 Prozent.

Werbung hat wenig Einfluss

Von Werbung lassen sich Schweizer wenig beeinflussen, wenn es um den Kauf von Medikamenten geht. Nur für 10 Prozent der Befragten spielen Werbungen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Global lassen sich 19 Prozent von Werbung beeinflussen.

Heuschnupfen weit verbreitet

Bei Heuschnupfen liegt die Schweiz weltweit an vierter und europaweit an erster Stelle.
20 Prozent der Schweizer leiden darunter. Nur Japaner, Südafrikaner und Indonesier sind häufiger davon betroffen. Weltweit leiden durchschnittlich 12 Prozent an Heuschnupfen. Auch Husten und Grippe sind häufig vorkommende Beschwerden in der Schweiz. Mit 27 Prozent, die innerhalb vier Wochen vor der Befragung an Husten litten, liegt die Schweiz in Europa an vierter Stelle hinter England, Deutschland und Irland. Bei Grippe liegt die Schweiz mit 15 Prozent europaweit sogar an dritter Stelle hinter Finnland und Italien.

Kontinent der Rückeschmerzen

Rückenschmerzen sind in Europa ausserordentlich häufig vorkommende Beschwerden. 36 Prozent der Europäer geben an, im Monat vor der Befragung an Rückenschmerzen gelitten zu haben. Weltweit hatten durchschnittlich 28 Prozent solche Schmerzen. Mit 38 Prozent liegt die Schweiz über dem europäischen Durchschnitt. Die Nachbarländer Deutschland und Österreich führen sogar das weltweite Ranking an. Fast die Hälfte der Bevölkerung (48% respektive 46%) leiden in diesen Ländern an Rückenschmerzen.

Kopfschmerzen an der Spitze

Weltweit am meisten verbreitet sind Kopfschmerzen. 42 Prozent weltweit und 44 Prozent europaweit leiden darunter. In der Schweiz sind es sogar noch mehr (45%). Kopfschmerzen ist die am meisten verbreitete Beschwerde in der Schweiz, gefolgt von Rückenproblemen. Stark verbreitet sind auch Schlafstörungen. Global leiden 30 Prozent der Befragten darunter. Die Schweiz liegt mit 28 Prozent unter dem Durchschnitt.

Über die Studie

Die Internatbefragung von The Nielsen Company wird zweimal pro Jahr weltweit in 47 Ländern durchgeführt. Befragt werden gesamthaft 26’486 Internetnutzer aus Europa, Asien Pazifik, Amerika und dem Mittleren Osten. Dabei werden verschiedenste aktuelle Themen abgefragt. 47 Markets Covered: Argentina, Australia, Austria, Belgium, Brazil, Canada, Chile, China, Czech Republic, Denmark, Egypt, Estonia, Finland, France, Germany, Greece, Hong Kong, Hungary, India, Indonesia, Ireland, Italy, Japan, Korea, Latvia, Lithuania, Malaysia, Mexico, Netherlands, New Zealand, Norway, Philippines, Poland, Portugal, Russia, Thailand, Singapore, South Africa, Spain, Sweden, Switzerland, Taiwan, Turkey, UAE, United Kingdom, US and Vietnam.

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Snapfish (ehem. Pixaco)

Quelle: www.nachrichten.ch

01. August 07

Milben und Hausstaub

Im     Hausstaub tummeln sich so allerlei Allergene, die sehr leicht eingeatmet werden können.     Sie sind teilweise von außen, z. B. über Blütenpollen ins Haus gelangt. Zum anderen     entstehen die Allergene direkt im Haus. Zu den wohl häufigsten Allergieauslösern im Haus     zählen die Kotballen der Hausstaubmilben. Die Milben sind so winzig, dass sie mit dem     bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Betroffen von einer Überempfindlichkeit gegenüber     Milben sind allein in Deutschland 15 Prozent der Bevölkerung.

Milben     sind Spinnentiere. Sie lieben eine Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent. Deshalb sind     sie auch in der trocken Luft des Hochgebirges nur sehr selten zu finden. Milben ernähren     sich unter anderem von den Hautschuppen, die Menschen täglich verlieren. Von dem normalen     täglichen Verlust eines Menschen an Hautschuppen, ungefähr 1,5 Gramm, können sich etwa     1,5 Millionen Milben gut ernähren. Außerdem mögen Milben Haare und Federn von     Haustieren auch besonders gern. Je nach Milbenart, kommen für die Ernährung auch     Schimmelpilze in Betracht. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich Milben gerade in     den Bereichen besonders wohl fühlen, wo sie alle diese Dinge im Überfluss finden     können: Im Bett. Untersuchungen haben gezeigt, dass in jedem Bett in Deutschland     ungefähr 10.000 Milben leben. Matratzen, Kissen, Decken, Vorhänge, Teppiche, Stofftiere     bieten ideale Lebensbedingungen. Die kleinen Spinnentiere hinterlassen dort ihre     Ausscheidungen. Auf die reagieren viele Menschen allergisch, besonders Nachts oder beim     Aufwachen.

Zu     finden sind Milben aber auch in Postermöbeln, in Teppichen und Teppichböden, Kissen,     Stofftieren, Schmusedecken, im Hundekörbchen oder auf Katzes Lieblingsplatz. In Vorräten     wie Kartoffeln, Mehl oder Käse können Vorratsmilben vorhanden sein. In bestimmten     Berufen, z. B. bei Bäckern oder Landwirten, treten häufig Allergien gegen Milben auf.

Milben     sind sehr hartnäckig und anpassungsfähig. Mit ihren Krallen und Borsten klammern sie     sich fest und überstehen so auch gründliches Staubsaugen. Milben überstehen sogar     tägliche Haarwäschen auf dem Kopfhaar. Erst, wenn die Luftfeuchtigkeit unter den für     Milben kritischen Wert fällt, werden Milben inaktiv. Das bedeutet aber  nicht, dass     sie sterben. Bei einem erneuten Anstieg der Luftfeuchtigkeit erwachen sie wieder zum     Leben. Aus diesem Grunde ist eine Entfernung von Milben aus der Wohnung ein schwieriges     Unterfangen.

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Sport Scheck - Alles für Sport und Freizeit

Quelle: www.medizinfo.com

13. Juli 07

Vollkornbrot als Schutz vor Asthma

Die in Vollkorn enthaltenen Antioxidantien schützen vor Entzündungen aller   Art. Auch Atemwege und Gelenke werden davon positiv beeinflusst.             

Die positiven Effekte einer vollkornreichen Ernährung beschränken sich   offenbar nicht auf Verdauungstrakt oder Herz: Eine US-amerikanische   Langzeitstudie bestätigt aktuell, dass eine Alltagskost mit viel Vollkorn   auch das Risiko von Asthma und Arthritis senken kann.

Langzeitstudie aus Minneapolis
Die Wissenschafter von der   Universität Minnesota in Minneapolis hatten 42000 Frauen im Alter von 55 bis   69 Jahren in ihre Untersuchung einbezogen. Sie mussten ausführliche   Fragebögen zu ihrem Ernährungsverhalten ausfüllen und angeben, wie oft sie   Nahrungsmittel wie Naturreis, Vollkornbrot oder Getreideflocken aßen. Über   einen Zeitraum von 15 Jahren zeigte sich, dass jene Frauen, die am meisten   Vollkorn konsumierten (durchschnittlich elfmal pro Woche), ein um ein   Drittel geringeres Risiko hatten, die Atemwegserkrankung Asthma oder die   Gelenksentzündung Arthritis zu entwickeln.

Vollkorn wirkt entzündungshemmend
Die Forscher führen dies   auf einen gewissen entzündungshemmenden Effekt von Vollkornbrot, Müsli & Co.   zurück. Frühere Studien hatten bereits deutliche Indizien dafür geliefert,   dass volles Korn das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen   senken kann. „Die nun beobachtete Wirkung übertrifft den Effekt gegen diese   beiden Erkrankungen noch“, heißt es im American Journal of Clinical  Nutrition. Die Wissenschafter vermuten, dass es die in Vollkornprodukten   enthaltene antioxidativ wirksame Substanzen sind, die die Körperzellen vor   Schäden durch chronische Entzündungen schützen.

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Quelle: www.oe24.at

03. Mai 07

Schutzimpfung für Allergien in greifbarer Nähe

Eine neue Generation von Schutzimpfstoffen soll Allergien in nicht allzu ferner Zukunft den Garaus bereiten, bevor diese überhaupt auftreten. Angesichts rund 30 Prozent Betroffener und weiterhin steigender Fälle sprechen nämlich Allergologen mittlerweile fast von einer Allergie-Epidemie. Während derzeit ausschließlich Patienten behandelt werden, die bereits an einer Allergie leiden, will man mithilfe von genetischen Impfungen der nächsten Generation Organismen von vornherein gegen die fehlerhafte Immunreaktion resistent machen. Ärzte rechnen damit, dass bereits in zehn bis fünfzehn Jahren mit einem derartigen Schutzimpfungsangebot zu rechnen sei. Als Ursache für die immer stärker um sich greifende Zivilisationskrankheit führen Wissenschaftler unter anderem die hygienischen Bedingungen an, in denen Kinder heutzutage aufwachsen. Kinder werden viel zu hygienisch gehalten und kommen etwa in ihrer oralen Phase viel weniger als früher mit Stoffen der Umwelt in Berührung, die der Körper als gefährlich einzustufen lernt. Zudem machen Kinder viel zu wenige Infekte durch beziehungsweise werden diese auch bei banalen Erkrankungen oftmals mit Antibiotika behandelt. Dadurch lernt das Immunsystem nicht, zwischen harmlosen und gefährlichen Stoffen von außen zu unterscheiden. Im Falle der Allergie trifft der Körper schließlich die falsche Entscheidung, indem er etwa Pollen als gefährlichen Stoff einstuft und mit einer Reaktion des Immunsystems antwortet. Als kritisch erachten Ärzte, dass Allergien in der heutigen Zeit immer noch Gefahr laufen, bagatellisiert zu werden. Schon allein das Wort Heuschnupfen macht deutlich, dass diese Immunerkrankung - auch von Hausärzten - oftmals nicht Ernst genommen wird. Dies ist insofern bedenklich, da wissentlich zwischen einem Viertel und einem Drittel aller Allergiker an Asthma erkranke.

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Quelle: www.womenweb.de

28. April 07

Früher, länger, heftiger - Pollenalarm bald das ganze Jahr?

Zwölf Millionen Deutsche leiden unter Heuschnupfen. Sie werden in den nächsten Tagen an Hoch Peggy wenig Freude haben.

Der Mann japste, als er die Tür zum Behandlungszimmer öffnete. Seine Augen juckten zwar nur leicht, doch durch die Nase bekam er keine Luft mehr. Er wirkte abgeschlagen, sah übermüdet aus. "Ich musste dem jungen Mann Cortison geben, damit er überhaupt wieder vernünftig atmen konnte", sagt Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dirk Heinrich. Seine Praxis in Horn besuchen seit den vergangenen Wochen vermehrt Hamburger, die schon jetzt von den Birkenpollen gequält werden - einen Monat zu früh. "Durch den milden Winter blühen die Birken früher, und sie werden dieses Jahr außerdem besonders viele Pollen produzieren."

Dieses Frühjahr gibt einen Vorgeschmack darauf, was den zwölf Millionen an Heuschnupfen leidenden Deutschen im Zuge des Klimawandels droht. Noch können sie wenigstens im November und Dezember frei durchatmen. Doch die milden Winter, die in Zukunft in unseren Breiten zur Regel werden sollen, lassen die Pflanzen früher blühen. Und einige Arten werden ihre Pollen auch länger verstreuen. Dies wurde bereits im Mittelmeerraum, an den Küsten und in den Alpen beobachtet. In Mitteleuropa wurden längere Blühperioden für Gräser und Kräuter und bestimmte Baumarten wie Birke, Eiche, Buche, Platane, Linde und Esche festgestellt. Das verlängert das akute Leiden der Allergiker. Es ist absehbar, dass ihnen rund ums Jahr die Augen jucken, die Nasen triefen oder die Luft wegbleibt. "Der Pollenflugkalender, den die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst herausgibt, sollte überarbeitet werden, damit er diesen Entwicklungen gerecht wird", rät Frank Eberhardt, Oberarzt an der Medizinischen Klinik des Forschungszentrums Borstel.             

Hasel, Erle, Birke, Gräser, Roggen und Beifuß lösen 95 Prozent der allergischen Reaktionen aus. "In der Regel blühen Hasel und Erle bereits jetzt zehn bis 14 Tage früher als noch vor 30 Jahren", weiß Klaus Bucher, der das Referat Biometeorologie beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Freiburg leitet. Diese Erkenntnis beruht auf den Beobachtungen der 45 Stationen des Pollenmessnetzes. "Dieses Jahr waren die Frühblüher sogar sechs Wochen schneller, sie starteten also bereits Mitte Dezember. Dieser Trend wird sich infolge des Klimawandels stabilisieren." Die Pollenallergiker hatten aber noch einmal Glück - das vergleichsweise regnerische Wetter verhinderte, dass in dieser Pollensaison ihr Leiden bereits unter dem Weihnachtsbaum begann.

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Doch jetzt heizt Hoch "Peggy" kräftig ein. Und die Birken, die zusammen mit dem Roggen für etwa 50 Prozent der Erkrankungen verantwortlich sind, werden den Allergikern in den kommenden Wochen arg zusetzen. "Dabei werden diese Pflanzen ihre Blühzeit vermutlich nicht grundlegend verschieben. Wir gehen davon aus, dass der Einfluss des Klimawandels umso geringer wird, je später die Pflanzen blühen", sagt Diplom-Meteorologe Bucher. Die Beifuß-Pollen werden in Zukunft wohl immer bis Ende Oktober fliegen. "Ein Gutes konnte der Klimawandel den Allergikern allerdings doch noch bringen", vermutet Klaus Bucher. "Die trockenen Sommer und die zu erwartenden Hitzewellen könnten die Belastung durch die Gräserpollen mindern. Aber das wäre auch der einzige Vorteil." 

Zudem droht den Pollen-Allergikern auch in Norddeutschland neues Ungemach: Es heißt Ambrosia artemisiifolia. Mit der Speise der griechischen Götter, die Unsterblichkeit verliehen haben soll, hat diese Pflanze leider nichts gemein. "Solche positive Wirkung löst Ambrosia artemisiifolia, das Beifußblättrige Traubenkraut, nicht aus", so die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA). Vielmehr kann dieses Kraut, das bereits im 19. Jahrhundert aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt wurde, schwere allergische Reaktionen beim Menschen auslösen. "In den USA ist es das schlimmste Allergen überhaupt", sagt HNO-Arzt Dirk Heinrich. Der Grund liegt in der besonderen Oberflächenstruktur der Pollen. Da Ambrosia bis in den späten Oktober blüht, verlängert sich die Leidenszeit der Pollenallergiker. Zudem kann jede einzelne Pflanze bis zu einer Milliarde Pollen produzieren, und die Samen bleiben im Boden bis zu 40 Jahre keimfähig. In einem amerikanischen Versuch in einem Gewächshaus konnte gezeigt werden, dass sich bei einer Verdopplung des CO2-Gehalts in der Luft die Produktion von Pollen beim Traubenkraut um 61 Prozent erhöht. Es ist also zu befürchten, dass nicht nur der Temperaturanstieg, sondern auch die veränderte Zusammensetzung der Atmosphäre die Situation der Allergiker verschärfen kann.

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Quelle: www.abendblatt.de

27. April 07

Nach Prognosen der Europäischen Akademie für Allergie und Klinische Immunologie (EAACI) wird bis zum Jahr 2015 voraussichtlich jeder zweite Europäer an einer Allergie leiden.

EU-Mitgliedsländer sollen Kampf gegen Allergien forcieren

Europaabgeordnete, Ärzte und Patienten sehen dringenden Handlungsbedarf / Europäisches Forschungsnetzwerk mit mehreren deutschen Unis.

Nach Prognosen der Europäischen Akademie für Allergie und Klinische Immunologie (EAACI) wird bis zum Jahr 2015 voraussichtlich jeder zweite Europäer an einer Allergie leiden. In Deutschland reagiert nach Angaben von Allergologen heute schon jeder fünfte Erwachsene allergisch.

Europaabgeordnete, Ärzte und Patienten haben die Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) daher bei einem Alllergiegipfel in Brüssel dazu aufgefordert, ausreichende finanzielle Ressourcen für die Diagnose und Behandlung von Patienten mit allergischen Erkrankungen bereitzustellen und das Therapiemanagement von Allergiepatienten europaweit zu verbessern.

Klimaerwärmung mit gravierenden Folgen

Hausstaubmilben lösen einer Marktuntersuchung des Beratungsunternehmens TNS Healthcare mit 5277 Erwachsenen aus fünf europäischen Ländern zufolge am häufigsten Allergien aus. Aber auch Pollen, Nahrungsmittel, Tierhaare, Tabakrauch sowie andere Allergene verursachen allergische Symptome.

Außerdem trage die Klimaerwärmung dazu bei, dass die Heuschnupfensaison inzwischen zehn bis elf Tage länger andauert als noch vor einigen Jahren, so Dr. Roberto Bertollini von der WHO.

Alarmierend sei zudem die zunehmende Zahl von Allergien bereits bei Kindern, sagte Professor Ulrich Wahn, Direktor der Pädiatrischen Klinik des Berliner Charité-Virchow-Klinikums. Eines von vier Kindern zeige heute bereits allergische Reaktionen. Da die meisten von ihnen im Laufe ihres Lebens in der Regel unter wechselnden allergischen Symptomen, ausgelöst durch eine Vielzahl von Allergenen leiden würden, sei es oftmals sehr schwierig, die Erkrankung in den Griff zu bekommen.

"Große medizinische Herausforderung"

"Wir stehen hier vor einer der großen medizinischen Herausforderung des 21. Jahrhunderts", sagte der Allergologe. Um eine Verschiebung und Verschlimmerung der Symptome zu vermeiden, sei es wichtig, die Auslöser so früh wie möglich zu diagnostizieren und betroffene Patienten konsequent zu behandeln, so Wahn.

Zu den erforderlichen Maßnahmen gehörten zum Beispiel eine umfassende Aufklärung der Patienten über mögliche Allergene und Triggerfaktoren sowie die spezifische Immuntherapie.

Die Therapie von Allergiepatienten solle überall in erster Linie durch spezialisierte Allergologen erfolgen, so eine weitere Forderung der Teilnehmer des Brüsseler Allergiegipfels. Gleichwohl existiert die Allergologie als eigenständige Fachrichtung oder Subspezialisierung bislang nur in einigen EU-Ländern.

Fehldiagnosen und eine unzureichende Versorgung führten jedoch nicht nur dazu, dass sich die Beschwerden verschlimmern können, sondern verursachten darüber hinaus auch unnötige Kosten.

Die Stiftung Europäisches Zentrum für Allergieforschung (ECARF) beziffert die vermeidbaren Ausgaben, die den Volkswirtschaften in der EU jährlich durch Allergien entstehen, auf rund 20 Milliarden Euro.

Ansätze zur Optimierung der Diagnose- und Therapiemöglichkeiten könnte ein europäisches Forschernetzwerk liefern, an dem Experten aus 16 Ländern teilnehmen, darunter Genetiker, Immunologen, Dermatologen, Pädiater und HNO-Ärzte sowie Fachleute aus der Nahrungsmittelheilkunde.

Deutsche Partner des Projekts mit dem Namen Ga2len sind das Berliner Allergie-Centrum der Charité, die Münchner Technische Universität und die bayerische Ludwig-Maximilians-Universität. Die EU-Kommission unterstützt das Projekt mit 14 Millionen Euro. Ziel von Ga2len ist es, Daten zur Epidemiologie und Entstehung von Allergien zu sammeln und einheitliche Standards für die Diagnose und Therapie zu entwickeln. Hierzu dienen den Wissenschaftlern unter anderem Querschnittsuntersuchungen bei tausenden von Kindern ab der Geburt aus ganz Europa.

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Quelle: www.aerztezeitung.de (von Petra Spielberg)

31. März 07

Hohe Lebensqualität trotz Allergien

Allergien sind auf dem Vormarsch. Lebensmittelallergien kommen bei 2 bis 3 Prozent der Erwachsenen und 4 bis 6 Prozent der Kinder vor. Auf Kontaktallergene reagieren etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung. Gegen diese Volkskrankheit startete Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer einen Aktionsplan.

Die Nase läuft, die Augen tränen und das Niesen will nicht aufhören – 13 Millionen Deutsche schlagen sich mit Heuschnupfen herum.

Aber die Menschen leiden nicht nur unter den Pollen aus der Luft. Auch viele Eiweiße in Lebensmitteln sowie Chemikalien in Kosmetika, Kleidungsstücken oder Spielzeug lösen mehr und mehr Beschwerden aus. Die Betroffenen leiden unter Hautreaktionen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. In schweren Fällen kann ein allergischer Schock eintreten.

Aber das Auftreten von Allergien lässt sich zurückdrängen. Seehofer betonte: "Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir: besser schützen, mehr helfen und effektiver vorbeugen."

Der Aktionsplan des Verbraucherschutzministeriums macht sich daher zur Aufgabe:
  • die Sicherheit und Lebensqualität für Allergikerinnen und Allergiker im Alltag zu erhöhen,
  • die Entstehung von Allergien zu mindern,
  • neu aufkommende Allergien frühzeitig zu erkennen,
  • Verbraucherinnen und Verbraucher besser zu informieren sowie
  • die Volkswirtschaft von vermeidbaren Kosten zu entlasten.

Breite Information für die Bevölkerung

Seehofer will vor allem die Verbraucherinformation verbessern. Denn das Wissen über Allergien ist immer noch zu gering. Viele Menschen wissen etwa nicht, dass ein häufiger Kontakt mit Allergie auslösenden Stoffen (Allergenen) das Risiko einer Allergie erhöht.

Unbekannt ist auch, wie wichtig das Stillen und Aufwachsen in einer rauchfreien Umwelt für die Allergie-"Resistenz" eines Menschen sind.

Auf einer Internetplattform wird das Ministerium ab Herbst alle in Deutschland vorhandenen Informationen bündeln. Die Website soll allgemein aufklären und Betroffenen Hilfestellung zur besseren Vermeidung von Allergenen geben. Fachleute werden sich leichter austauschen können.

Unverzichtbare Partner: Wirtschaft und Wissenschaft

Höherer Schutz und bessere Vorbeugung erfordern vor allem, Allergene zu vermeiden. Wo das nicht geht, müssen Allergiker besser vor diesen gewarnt werden. Die Politik kann dies nicht alleine ausrichten. Vielmehr ist die Wirtschaft gefragt.

Ein Beispiel ist etwa der Verkauf von losen Backwaren. Bisher gibt es für lose Lebensmittel keine Kennzeichnungspflicht. Bei Brot und Kuchen sind Verbraucherinformationen sinnvoll, die aufklären, welche allergieauslösende Substanz enthalten ist.

Manchmal sind die Angaben zu allgemein (wie "Kann Spuren von allergenen Stoffen enthalten"). Dies könnte dazu führen, dass viele Allergiker aus Angst vor einer Reaktion von einem Kauf zurückschrecken. Dieser Zwang zum pauschalen Verzicht beeinträchtigt die Lebensqualität.

Eine verbraucherpolitische Konferenz im Herbst soll Wege zur optimalen Kennzeichnung sowie zur Vermeidung von Allergenen aufzeigen.

Verbote und staatliche Regulierung stehen jedoch aus der Sicht des Verbraucherministers am Ende der Kette möglicher Maßnahmen. Schon jetzt laufen Gespräche mit der Wirtschaft über freiwillige Selbstverpflichtungen.

Forschung wird ausgebaut

Das Bundesverbraucherministerium arbeitet derzeit auch ein Forschungsprogramm aus. Viele Aspekte sind noch nicht ausreichend untersucht. Gefördert werden sollen deswegen Arbeiten, die einzelne Obst- und Gemüsesorten (etwa Apfel, Sellerie und Getreide) im Hinblick auf allergene Inhaltsstoffe bewerten. Daran sollen wissenschaftliche Empfehlungen für die Sortenwahl und Züchtung anknüpfen.

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Quelle: www.bundesregierung.de

27. März 07

Fast jeder zweite Deutsche ist Allergiker. Nun will die Bundesregierung helfen. Wie soll das gehen?

Etwa 40 Prozent der Deutschen leiden unter Allergien – und die Zahl der Betroffenen steigt. Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) spricht von „einer der großen Plagen der Menschheit“. Allergien verursachen auch volkswirtschaftliche Schäden: „Die Allergiepäpste der Charité versichern uns, dass es sich um 25 Milliarden Euro im Jahr handelt“, sagt Seehofer. Pünktlich zum Beginn der jährlichen Pollenflugsaison hat sein Ministerium deshalb einen „Nationalen Aktionsplan gegen Allergien“ vorgelegt.

Obwohl die Zahl der Betroffenen groß ist, gibt es noch keine Zusammenfassung der vorhandenen Informationen und zu wenig Forschung in Deutschland. Hier will die Bundesregierung ansetzen. Verbraucher sollen die Stoffe, gegen die sie allergisch sind, besser erkennen können. Für Lebensmittelallergiker ist die Kennzeichnung von Produkten besonders wichtig. In manchen Nahrungsmitteln sind Allergene enthalten, die denen aus Bäumen, Gräsern oder Getreiden ähneln. Zusätzlich zu einer vorhandenen Pollenallergie kann es deshalb wegen Kreuzreaktionen auch noch zu einer Nahrungsmittelallergie kommen.

Bei verpackten Lebensmitteln gilt für zwölf wichtige Allergene bereits eine strenge Kennzeichnungspflicht, Ende 2006 wurden im EU-Recht auch Weichtiere wie Muscheln aufgenommen. Allerdings beschränken sich die Hersteller oft auf allgemeine Sätze wie: „Das Produkt könnte Spuren von Erdnüssen enthalten.“ Seehofer will nun darauf hinwirken, dass die Angaben präziser gefasst werden. „Wir setzen hier aber zunächst auf freiwillige Vereinbarungen“, sagt der Minister. Seehofer wünscht sich auch, dass alle Bäcker und Metzger Allergikern kompetent Auskunft über die Inhaltsstoffe ihrer Produkte geben können. Denn bei unverpackter Ware werden zurzeit noch gar keine Angaben gemacht.

Im Bereich der Kontaktallergien kann sich Seehofer zusätzlich Verbote für bestimmte Farbmittel vorstellen – zum Beispiel bei Stoffen, die bei Tätowierungen unter die Haut eingebracht werden. Der Grenzwert für Nickel in Ohrsteckern und Piercingschmuck, den die EU im Jahr 2005 einführte, hat den Verbraucherschutz bereits verbessert. Zusätzlich sollen Gespräche mit der Wirtschaft dazu führen, dass Kosmetika und Reinigungsmittel ohne bekannte sensibilisierende Duftstoffe auf den Markt kommen. Nach Auskunft des Ministeriums könnte bei der Herstellung von Kleidung auf bestimmte Gerbstoffe, Formaldehyd und Farbstoffe problemlos verzichtet werden.

Zugenommen haben in den vergangenen Jahren neben der Hausstauballergie auch die Reaktionen gegen Pollen, die Heuschnupfen und Asthma verursachen können. Der Natur kann zwar auch ein Aktionsplan schwer Einhalt gebieten. Seehofer setzt jedoch auf verstärkte Aufklärung. Vielen Bürgern sei noch nicht bekannt, dass das Einatmen von Tabakrauch die Allergieanfälligkeit von Kindern erhöhe oder dass das Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten für das weitere Leben eine Schutzfunktion habe. Außerdem soll ein Maßnahmenprogramm erarbeitet werden, mit dem das aus den USA stammende Traubenkraut eingedämmt wird, eine Ambrosia-Art, die sich hierzulande schnell verbreitet und ein Pollenallergen besitzt.

Forschungsbedarf sieht der Plan im Bereich Chemikalien in Bekleidung und Kinderspielzeug. Außerdem soll im Internet eine Allergiedatenbank aufgebaut werden. Der Minister versicherte, man wolle dabei eng mit dem Allergie-Centrum der Charité zusammenarbeiten, das am vergangenen Wochenende eine Erklärung zu Missständen in diesem Bereich veröffentlicht hatte.

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Quelle: www.tagesspiegel.de

09. März 07

Das Ende der Niesanfälle?

Homburger Wissenschaftler finden Ansatz auch gegen Atemnot und Juckreiz                           

BIS ZU 40 PROZENT der deutschen Bevölkerung leiden an Allergien. (Foto: Archiv)

Einen neuen Therapieansatz zur Bekämpfung von allergischen Leiden haben deutsche Wissenschaftler gefunden. Sie haben im Körper einen Mechanismus entdeckt, der bei der Auslösung von Allergien eine große Rolle spielt.

Mit Hilfe der neuen Erkenntnisse können effektivere Medikamente gegen die Überempfindlichkeitsreaktionen entwickelt werden.

In Deutschland leiden inzwischen bis zu 40 Prozent der Bevölkerung an Allergien. Blütenpollen, Insektengifte oder Nahrungsbestandteile lösen in ihren Organismen Abwehrprozesse aus, die sich in Heuschnupfen, Hautausschlag oder lebensbedrohlichen Atemstörungen äußern.

Dabei hängen sich fremde Substanzen, die Allergene, an Abwehrkörper an, die sich auf bestimmten Immunzellen befinden. Daraufhin setzen Mastzellen Entzündungsstoffe frei, die die körperlichen Beschwerden verursachen.

Wissenschaftler des Homburger Instituts für Pharmakologie und der Universität Leuven in Belgien haben jetzt nachgewiesen, dass der Ionenkanal TRPM4, ein spezielles Eiweißmolekül, die Ausschüttung der Entzündungsstoffe steuert.

Wird er aktiviert, dann wird die Freisetzung gebremst. Laut Gesundheitszeitung wären Substanzen, die die Wirksamkeit des Ionenkanals steigern, viel versprechende Medikamente zur Behandlung von allergischen Krankheitssymptomen.

Die Suche nach neuen Arzneimitteln habe bereits begonnen, ebenso wie die genetische Untersuchung von Allergikern. Bei dieser solle herausgefunden werden, inwieweit die Krankheit auf Veränderungen des TRPM4-Gens zurückzuführen ist.

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Quelle: www.echo-online.de

08. März 07

Kuhmilch kann vor Asthma schützen

Kinder, die von Anfang an frische Milch vom Bauernhof trinken, leiden im Schulalter weniger an Allergien.

Aber weshalb immer mehr Kinder an Allergien leiden, weiss niemand. Um mehr zu erfahren, haben Basler Forscher eine Studie mit über 14'000 Kindern durchgeführt.

Kuhmilch als Kindernahrung hat einen schlechten Ruf. Nur schon aus ernährungsphysiologischer Sicht genügt sie nicht den Bedürfnissen eines Säuglings. Kinder, die zu lange nur mit Kuhmilch ernährt werden, leiden oft an Eisenmangel.

Doch jetzt gibt es Positives von der Kuhmilch zu vermelden. In einer Studie des Basler Instituts für Sozial- und Präventivmedizin konnten der Epidemiologe Marco Waser und seine Mitarbeiter zeigen, dass beim Konsum frischer Milch direkt vom Bauernhof, ob roh oder abgekocht, schon ab dem ersten Lebensjahr ca. 30 Prozent weniger Kinder im Schulalter an Asthma erkrankten und sogar über 40 Prozent weniger an Heuschnupfen litten. "Es zeigte sich, dass der Schutzeffekt am grössten war bei Kindern, die während ihres bisherigen Lebens regelmässig Bauernhofmilch konsumierten", erklärt Waser.

Schützt nicht nur Bauernkinder

Die Daten wurden im Rahmen der Parsifal-Studie erhoben, in deren Rahmen über 14'000 Kinder untersucht worden sind. "Erstaunlich ist, dass der Schutzeffekt der Milch nicht mehr davon abhing, ob die Kinder auf dem Bauernhof lebten oder nicht", beurteilt Marco Waser die Resultate. "Dies eröffnet natürlich Perspektiven für breiter angelegte Präventionsmassnahmen."

Asthma ist heute eine der häufigsten Krankheiten vor allem in den industrialisierten Ländern, Tendenz weiter steigend. Auch Heuschnupfen hat stark zugenommen. Über die Gründe wird gerätselt: die Luftverschmutzung, die Lebensweise oder veränderte Ernährungsgewohnheiten werden ins Feld geführt. Viele Anhänger hat auch die Hygiene-Hypothese. Sie besagt, dass wir heute in einer zu blank-geputzten Umwelt leben, und dass damit die Stimulierung des Immunsystems im frühen Kindesalter ausbleibt.

"Die Hygiene-Hypothese beruht auf soliden Säulen", sagt Roger Lauener, Kinderarzt und Allergologe am Zürcher Kinderspital, der ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet ist. Auch hinter dem Geheimnis der gesünderen Bauernkinder steckt diese Hypothese. So konnte Lauener nachweisen, dass ungefährliche Mikroben im Immunsystem von Bauernkindern bestimmte Veränderungen auslösen. "Aus anderen Studien wissen wir, dass Kinder mit vielen älteren Geschwistern weniger an Allergien leiden, wahrscheinlich weil sie im frühen Alter mehr Infektionskrankheiten wie z.B. Erkältungen durchmachen. Das gleiche gilt für Kinder, die schon früh in eine Krippe gehen."

Noch viele Rätsel

Was aber hinter dem jetzt gezeigten Schutzeffekt der Bauernmilch steckt, ist noch unklar. Gut möglich, dass auch hier der Gehalt an Mikroben eine Rolle spielt. Erstaunlich war jedoch, dass es keinen Unterschied machte, ob die Milch abgekocht konsumiert wurde oder nicht. Zudem hatten andere Produkte, die frisch vom Bauernhof gegessen wurden - etwa Gemüse oder Früchte, überhaupt keinen Schutzeffekt. Zur Diskussion stehen deshalb auch andere Milch-Komponenten als Mikroben, zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren. Solidere Ergebnisse erhoffen sich die Forscher jetzt aus der Auswertung der Longitudinalstudie "Pasture", in der das Allergieschicksal von je 500 Kindern aus Bauernfamilien und eben so vielen aus Nicht-Bauernfamilien vier Jahre lang zielgerichtet verfolgt wurde. Darin wurde unter anderem auch die Wirkung von Muttermilch und Kuhmilch untersucht.

Trotzdem keine Rohmilch an Kinder

Bis man Genaueres weiss, wird sich jedenfalls nichts an den Empfehlungen der Säuglingsernährung ändern. Nicht nur die ernährungsphysiologischen Defizite der Kuhmilch spielen eine Rolle. Vor allem bei Rohmilch besteht trotz gestiegener Hygienestandards immer noch das Risiko, dass auch gefährliche Keime wie Salmonellen, Listerien oder Escherichia coli enthalten sind, die schwere Infekte mit möglicherweise bleibenden Schäden auslösen können. Zudem können entsprechend veranlagte Babys auch eine Allergie auf in der Kuhmilch enthaltene Eiweisse entwickeln, die die meisten Kinder bis zum Alter von 3 Jahren wieder verlieren.

Die Empfehlungen der Schweizer Kinderärzte lauten, dass Kuhmilch Kindern erst ab dem 2. Lebensjahr gegeben werden soll. Dann kann sie nicht mehr viel Schaden anrichten, hat aber wahrscheinlich auch einen Grossteil ihrer präventiven Kraft bei Allergien verloren. "Diese Wirkungen auf das Immunsystem spielen vor allem im frühesten Kindesalter eine Rolle", sagt Lauener

myToys.de - Die Kinderwelt im Internet

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Quelle: www.swissinfo.org

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