Um eine Allergie zu behandeln, muss man sich zunächst einmal
klarmachen, dass es primär um eine Linderung der Symptome geht -
heilbar im herkömmlichen Sinne sind Allergien leider nicht.
Bei
der Behandlung der Symptome gibt es als ersten Schritt die Karenz: Der
Kontakt mit dem Allergen wird - wenn möglich - gemieden. Da das in den
meisten Fällen jedoch nicht auf Dauer möglich ist, gibt es noch andere
Ansätze, die in der Therapie der Allergie eine Rolle spielen:
Hyposensibilisierung
Die Hyposensibilisierung, auch spezifische
Immuntherapie genannt, stellt eine von der WHO empfohlene Therapie zur
Behandlung von Allergien dar. Bekannte Allergien sollten rechtzeitig
behandelt werden, weil sonst die Beschwerden im Laufe der Zeit zunehmen
können.Eine wirkungsvolle Maßnahme zur Bekämpfung von Allergien ist die
Meidung der entsprechenden Allergene, was jedoch in vielen Fällen nicht
möglich ist. Eine individuell angepasste Behandlung mit Medikamenten
(z. B. mit sogenannten Antihistaminika) bildet daher in der Regel die
Grundlage des Therapiekonzeptes.Die Hyposensibilisierung bekämpft
darüber hinaus gezielt die Ursache der Allergie. Ziel dabei ist, die
überschießende Reaktion des Immunsystems durch allmähliche Gewöhnung an
das Allergen wieder zu normalisieren. Die Therapie gliedert sich in
zwei Phasen, zum einen in die Anfangs- und zum anderen in die
Fortsetzungsbehandlung: Während der Anfangsbehandlung wird das
Immunsystem an das Allergen durch eine wöchentliche Dosissteigerung
gewöhnt, bis eine individuelle Höchstdosis erreicht ist. Im Anschluss
erfolgt etwa alle 4-8 Wochen die Fortsetzungsbehandlung, in der das
Immunsystem sich dauerhaft einprägt, nicht übermäßig auf das Allergen
zu reagieren.Um ein lang anhaltend erfolgreiches Therapieergebnis zu
erzielen, beträgt die Gesamtdauer der Hyposensibilisierung in
Abhängigkeit vom Allergen zwischen 3-5 Jahre.
Es gibt derzeit zwei Formen der Hyposensibilisierung:
- Als Injektion unter die Haut (subkutan)
- Als Tablette oder Tropfen unter die Zunge (sublingual)
Allerdings stehen beide Formen nicht für jedes
Allergen zur Verfügung. Meistens handelt es sich um die subkutane
Injektion.Nach Gabe der Injektion bzw. Tablette/Tropfen ist ein
Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen möglich. Sie äußern sich
zum Beispiel als Rötung und Schwellung der Einstichstelle oder als
Kribbeln oder Brennen auf der Zunge sowie im Rachenbereich.Diese
Symptome können Vorboten einer lebensbedrohlichen Reaktion auf das
Allergen sein, so dass stets Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihr
behandelnder Arzt darüber informiert werden sollte. Des Weiteren ist
aus Sicherheitsgründen eine Nachbeobachtung von mindestens 30 Minuten
nach der Behandlung erforderlich.Die Hyposensibilisierung ist nicht für
alle Patienten geeignet. Liegen bestimmte Vorerkrankungen vor oder
müssen Medikamente wie z. B. Betablocker gegen Bluthochdruck
eingenommen werden, kann die Behandlung nicht durchgeführt werden.
Besprechen Sie deshalb vor Beginn einer Hyposensibilisierung Ihre
Krankengeschichte mit Ihrer behandelnden Äztin bzw. Ihrem behandelnden
Arzt und teilen Sie sämtliche Medikamente mit, die Sie regelmäßig
einnehmen müssen. Der Erfolg der Hyposensibilisierung hängt von Ihrer
persönlichen Mitarbeit ab. Deshalb ist z. B. die Einhaltung der
Behandlungstermine dringend notwendig. Auch wenn Sie kurz nach
Einleitung der Therapie eine Verbesserung Ihrer allergischen Symptome
bemerken, ist es notwendig, die Behandlung über den gesamten Zeitraum
(3-5 Jahre) konsequent und regelmäßig weiterzuführen und nicht
vorzeitig abzubrechen.
Hyposensibilisierung – Hinweise für die Patientinnen und Patienten
Aktive Mitarbeit ist wichtig
Bedenken Sie bitte, dass eine erfolgreiche
spezifische Immuntherapie von Ihrer persönlichen Mitarbeit
abhängt.Bitte informieren Sie Ihre behandelnde Ärztin/ihren
behandelnden Arzt. Besonders wichtig ist, dass Sie vor jeder
Hyposensibilisierung Ihrem behandelnden Arzt folgendes mitteilen:
- Einnahme von Medikamenten oder Änderung der Medikamente
- Aktueller Gesundheitszustand bzw. neu aufgetretene Erkrankung (z.B. Infekte)
- Längere Abwesenheit (z.B. wegen Urlaub)
- Termine bezüglich Schutzimpfungen
- Schwangerschaft
Wenn Symptome während der Behandlung auftreten,
die Sie von Ihrer Allergie kennen (Augentränen und -jucken,
Fließschnupfen, Niesreiz, Husten, asthmatische Beschwerden und
Hautausschlag), informieren Sie bitte unverzüglich Ihre Ärztin/Ihren
Arzt, auch wenn die Symptome erst Stunden später auftreten oder über
mehrere Tage anhalten.
Verhaltensmaßnahmen am Tag der Behandlung
Im Interesse Ihrer eigenen Gesundheit ist es am Tag der Behandlung notwendig, dass Sie folgende Punkte beachten:
- Unmittelbar vor und nach der Hyposensibilisierung sollten keine schwer verdaulichen Mahlzeiten oder Alkohol eingenommen werden.
- Im
Anschluss an die Behandlung müssen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit noch
mindestens 30 Minuten unter ärztlicher Aufsicht bleiben.
- Starke körperliche Anstrengung sollte vermieden werden.
- Heiße Duschen oder Saunagänge können die Verträglichkeit der Hyposensibilisierung beeinflussen.
Medikamentöse Therapie
Die medikamentöse Therapie von Allergien zielt im Wesentlichen darauf
ab, die allergischen Symptome zu lindern bzw. im besten Fall zu
verhindern. Eine dauerhafte Heilung der Allergie, wie dies durch
Hyposensibilisierung machbar ist, ist nach dem heutigen Stand der
Wissenschaft durch Medikamente noch nicht möglich.
Die bewährtesten Wirkstoffe bei der Behandlung durch Medikamente sind:
"Wir möchten uns an
dieser Stelle bei ECARF - Europäische Stiftung für Allergieforschung an
der Charité - Universitätsmedizin Berlin für die inhaltliche
Unterstützung bedanken."